Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 365
Feind von den eigenen Toren fernhielt.*) Bald aber ſchien ſolche Hilfe ſchon wie Unvorſichtigkeit. Es kam eine Stunde, in der ſelbſt Ulm, das bisher überall ſo willig geholfen hatte, von Straßburg den zur Hilfe geſandten Büchſenmeiſter zurückforderte, weil es gewarnt war, daß Armagnaken die Städte der ſchwäbiſchen Vereinigung angreifen wollten.“)
Als die Armagnaken aber den deutſchen Boden verlaſſen hatten, ſchwand mit der gemeinſamen Gefahr auch vielfach der Wunſch, zuſammenzuſtehen; nur die ſchwäbiſche Städtevereinigung verfolgte beharrlich den Plan, einen allgemeinen Städtebund zuſammen zu bringen; immer neue Glieder zog fie an ſich. Am 8. Mai 1444 war Augsburg ‚am 7. Dezember Nürnberg, Windsheim und Weißenburg ihr beigetreten.“)
Ein großes Opfer hatte vor allem Ulm gebracht, um dieſen Anſchluß zu ermöglichen. Augsburg und Nürnberg erhielten auf den Tagſatzungen des Bundes eine Stimme mehr als Ulm, wurden in gemeinſamen Urkunden vor ihm genannt. Seinen Lieblingsplan einer„durchgehenden Einung“ aller Städte gab Ulm mit der Unterzeichnung dieſer Verträge auf. Die fränkiſchen Städte behielten ſich vor, auf Anforderungen des römiſchen Königs nach eigenem Ermeſſen zu antworten, Streitigkeiten, bei denen ſie keine Hilfe verlangten, nach ihrem Gutdünken auszutragen. Bei Streitigkeiten wegen Aufnahme von Pfahlbürgern und wegen Übergriffen des Nürnberger Landgerichtes erkannten die Vertragſchließenden überhaupt eine Hilfsverpflichtung nicht an.“
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) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1444, Nr. 214.
) Straßburger St.⸗A., A. A. 189, Brief vom 4. September 1444. Vgl. Städtechronik, V. 176. Aeneas Silvius ad Johannem Gers, Epiſt. 77. Königshofen, Chr., ed. Schilter, S. 938. eis) Stälin, Württembergiſche Geſch, III, S. 464, Anm. 5. „ X, S. 163, Anm. 4. Vgl. den gemeinſamen Vertrag aller
tädte im Jahre 1446. Wencke r, Collect. juris publici, S. 209. ) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1444, Nr. 222.