Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
366
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366 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

Aber Ulm vertraute darauf, daß, wie anfangs die Boden ſeeſtädte nur zum Kampfe gegen einige Raubritter ſich ver pflichtet hatten, dann aber ganz dem Bunde beigetreten waren, ſo auch Augsburg und Nürnberg gewonnen werden würden; daß der Geiſt mächtiger ſein würde, als der Buchſtabe. Nicht mehr auf den Schutz desſchwachen Königs, den die Fürſten nicht fürchteten brauchten ſie von nun an vertrauen. Dreißig ſchwäbiſche und fränkiſche Städte ſtanden zuſammen zu Schutz und Trutz, um den Plan der Fürſten zu Schanden zu machen, die Städte im ganzen deutſchen Reiche zu unterwerfen.)

Die nächſte Gefahr ſchien es, daß die Fürſten, die da­mals mit dem Dauphin verhandelten, die Armagnaken nach Schwaben und Franken führen würden.)

Der Städtebund bildete fünf Rotten. Als Vororte der Rotten wurden Augsburg, Nürnberg, Ulm, Nördlingen und Ravensburg erwählt, die auch dem Aufgebot jeder Rotte den Hauptmann ſtellen ſollten. Alle Städte rüſteten zum Kampfe.

Wie hätte der Mergentheimer Dreifürſtenbund von 1443 der geeinten Macht der ſchwäbiſchen und fränkiſchen Städte ein Gegengewicht bieten können?

Es galt für Albrecht, den Stifter des Fürſtenbundes, wenn möglich, den Städtebund zu ſprengen oder ihn ſo zu wandeln, daß er für die fürſtliche Macht feine Gefahr mehr bedeutete.

Auf dem Ritte zum Dauphin in der Geſellſchaft der anderen Fürſten, die der König als Boten beſtellt hatte, ent warf Albrecht den Plan.)

Er verabredete mit den Fürſten einen Tag zum 30. De­

) Janſſen, Frkft. Reichskorreſp., II, S. 8687.Dem Reiche zu entziehen. Die Angaben über die Zahl der Städte, die ſich vereinig­ten, ſchwanken. Am 7. Dezember waren 30 Städte verbündet, aber be­reits mit Schaffhauſen, einemguten Ort ſchloß und dem Reiche troſt­. ae Verhandlungen angeknüpft. Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten,

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0 Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1444, Nr. 219. 3) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1444, Nr. 218.