Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
368
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368 Die Vorbereitungen zum: Städtekrieg.

auch trafen ſich ja vor allem dort gerade die Fürſten, die ein Übermächtigwerden der Städte zu fürchten hatten.

Außer dem Bamberger Biſchof und dem klugen, bedäg­tigen Heinrich von Landshut hatten ſich alle näheren Freunde Albrechts aus Süddeutſchland hier eingefunden. Sein Bruder Johann, ſein Schwager Herzog Ludwig von Bayern⸗Ingolſtabt, ſein künftiger Schwiegervater Markgraf Jakob von Baden, des Vaters Kampfgenoſſe und des Sohnes Freund, der Exz­biſchof Dietrich von Mainz, die an Ungeſtüm und Tatendrang ihm ſeelenverwandten Fürſten Herzog Otto von Mosbach und Graf Ulrich von Württemberg) waren erſchienen.

Am 2. Januar ſchloſſen die Fürſten ein Bündnisbe trachtend mannigfeltig, mißfellig, fremde und ſwer Leufte die ſich jetzund allenthalben um unſere Land erheben. Mochten die Herren in den Städten dieſe Worte nach ihrem Belieben auf ſich oder auf die Armagnaken beziehen. Immerhin war nicht wie 1443 der Zweck des Bundes, der Kampf gegen die Städte, offen genannt. Ehe nicht der Krieg in der Eid­genoſſenſchaft beendigt, der Erfolg in der Kirchenfrage errungen war, ſcheute wohl Albrecht, mit offenem Viſier zu fechten. Es wurde in dem Bundesvertrage zuerſt ein Austrag für mögliche Streitigkeiten zwiſchen den Teilnehmern feſtgeſetzt, dann auch die Hilfe beſtimmt, die geleiſtet werden ſollte, wenn einer der Bündner trotz billiger Rechtgebote ſeine Forderungen gegen Dritte nicht durchſetzen könnte; vor allem aber ſollte die Einung als eine gegenſeitige Verſicherung, als ein Defenſivbund Be­deutung haben.?) Hilfemit ganzer Macht wurde jedem Teilnehmer zugeſagt, der von irgend einer Seite angegriffen würde.

1) Graf Ulrich von Württemberg war noch bis 15. Juni 1445 mit den ſchwäbiſchen Städten verbündet. Vgl. Du Mont, Corpus diploma­ticum, III, 1, S. 125126.;

9) K. Bamberger Kr.-A., S. 1, K. 28, L. 3, Fasc. 1, Nr. 10. Witte, Reg. III, 6390.