370 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.
Dieſe natürliche Gegnerſchaft veranlaßte den Biſchof von Würzburg, trotz des erſten Mergentheimer Bündniſſes, ſich den mächtigſten Widerpart der Markgrafen in Franken, der Stad Nürnberg, anzuſchließen.
Wohl erſt heimlich gelobte er der Stadt am 10. Augut 1445, ihr gegen ein Jahrgeld von 2000 Gulden mit 100 Ber ſonen„gewärtig“ zu ſein.!) Solche Soldverträge ſchloſſen häufig Reichsſtädte mit umwohnenden Edlen; die meiſten Fürſten aber hätten wohl damals es unter ihrer Würde gehalten, gegen Bezahlung in den Dienſt einer Stadt zu treten. f 5
Als der Städtevereinigung, deren 31 Glieder an 22. März 1446 ihr Bündnis auf 3 Jahre erneuert hatten, am 27. Mai Kurfürſt Ludwig von der Pfalz und Graf Ludwig von Württemberg,?) am 12. Juni Herzog Albrecht von München,
1) Nürnberger Kr.⸗A., Cod. 296, S. 135. Riedel, Der Krieg des Markgrafen Albrecht Achilles mit der Stadt Nürnberg. Zeitſchr. f. Preuß. Geſch. u. Landeskunde, IV, S. 531.
2) Am 23. April 1443 hatte ſich Pfalzgraf Ludwig mit 16 Städten verbündet, damals aber mit vielen anderen Fürſten, auch die Mark grafen Albrecht und Johann ausgenommen.(Vgl. Du Mont, Corpus dipl., III, 1, S. 123125. Lunig, Part. Spec. Cont., VI, S. 1921.) Graf Ludw. und Graf Ulrich von Württemberg hatten ſeit 1434 zuerſt mit 3, ſpäter mit 12 ſchwäbiſchen Städten ein Bündnis geſchloſſen(Johannes Datt, Volumen Rerum Germanicarum Novum Liber ed 1689 Liber V. S. 90—95) und am 18. Juli 1443 weitere 6 Reichsſtädte in dieſes Bündnis aufgenommen. Du Mont, Corpus diplomaticum, III. 1. S. 125126. Datt, Volumen, S. 88. Lunig, Part. Spec. Cont, II. F. 1, S. 689.) Am 15. Juni 1445 ſchloſſen dann Pfalzgraf Ludwig und Graf Ludwig von Württemberg mit 24 Reichsſtädten ein Bind nis bis 15. Juni 1449(Stuttgarter Staatsarchiv, Einungen mit Ade und Reichsſtädten, Fasc. V. o. 1. Nr. 57), am 22. März 1446 ſchloſſen beide Fürſten mit 31 Städten ein Bündnis auf 3 Jahre. Stälin, Württemberg. Geſch., III, S. 465.