372 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.
ihm„abgeſchieden“!) keine Klage oder Forderung hatte Albrecht gegen ihn geltend gemacht.
Während des Tages aber ſcheint Albrecht trotzdem von den Verhandlungen des Biſchofs mit den Städten die„in großer geheim“ geführt wurden, Nachricht erhalten zu haben, denn am 2. Juni ſchloß er in Schweinfurt mit dem gleichfalls anweſenden Herzog Wilhelm von Sachſen und dem Landgrafen Ludwig von Heſſen ein Bündnis gegen den Biſchof von Würzburg, ſein Stift und Kapitel, ſowie gegen alle Helfer des Biſchofs.“)
Wenn die drei Verbündeten als Urſache ihrer Einung vorſchützen, ſie hätten bisher vom Biſchofe kein Recht auf ihre Forderungen erlangen können, fo iſt dieſer Vorwand durchſichtig genug; denn nicht nur Albrecht, ſondern auch Herzog Wilhelm hatten bisher an den Biſchof überhaupt keinerlei Kot derungen geſtellt. Der Landgraf hatte einer geringfügigen Zollüberſchreitung ſeiner Leute halber einen gütlichen Austrag bereits angenommen.“);
Von Schweinfurt begleitete Albrecht Herzog Wilhelm nach Leipzig; dort vermittelte er zwiſchen ſeinem Bündner und deſſen Bruder Friedrich einen Waffenſtillſtand.“
1) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 436. Nach einem Briefe des Biſchofs vom 10. August 1446. Über die Brüder Waldenfels vgl Städte⸗Chr., II, 5769.
2) Bamberger Kr.⸗A., I, 29, L. 1, F. 1.
3) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 438440. Nach einem Briefe des Biſchofs vom 5. September 1446. Frieſe, Chron., S. 80 l, ſchreibt über das Bündnis des Biſchofs mit den Städten: Von dieſem Bündnis an„fing dazumahl Marggraf Albrecht an Biſchoff Gottfrieden zu verachten und zu verfolgen, meinte, es wäre ein ſchlechtes Ding um ihn“.
) Hartung, Kammermeiſters Erfurtiſche Annalen bei Menden III, S. 1190, der Albrecht den Waffenſtillſtand bei Jena vermitteln läßt, während Friedrich an den Biſchof von Würzburg von einem Tage in Leipzig ſchreibt, an dem Markgraf Albrecht anweſend geweſen wäre. Vgl. Urkd.⸗Buch der Stadt Leipzig, Bd. I, Nr. 241 und 242.