Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 373
Als Gegendienſt übernahm Kurfürſt Friedrich die Vermittlung im Streite Albrechts mit dem Biſchofe von Würzburg. Der Kurfürſt teilte dem Biſchofe mit, daß Albrecht ihm einen gütlichen Tag gewähren wollte, wenn zugleich auch die Forderungen Herzog Wilhelms und des Landgrafen Ludwig gegen den Biſchof auf dieſem Tage zur Sprache gebracht werden dürften. Erſtaunt antwortete der Biſchof, daß er gern den Fürſten zu Recht ſtehen wollte, wenn er ihre Forderungen erſt einmal kennen gelernt hätte.)
Damals erinnerte der Biſchof im Kreiſe ſeiner Vertrauten an Albrechts Streben, ſeinem Neffen, dem Herzog von Braunſchweig, das Würzburger Bistum zu verſchaffen— eine Bemerkung, die ſpäter eine der Beſchwerden Albrechts bildete.“)
Aber auch ſonſt brauchten die Markgrafen nicht allzu lange zu ſuchen, um Forderungen aufſtellen zu können.
Unter dem tüchtigen Regimente des Biſchofs Gottfried war das Stift wieder aufgeblüht; mit feſter Hand hatte er Raubritter, die ihr Unweſen jahrelang getrieben hatten, gezüchtigt; durch eine vernünftige Steuerpolitik und weiſen Haushalt die Finanzen des Bistums gebeſſert.“)
Seine Toleranz einigen Anhängern des Huß im Stifte gegenüber, die er nach ihrer Bekehrung ungeſtraft entließ, konnte ihm unter den Anverwandten der„Ketzer“, Bürgern und Bauern, nur Freunde werben.“
——k.ä b)—
1) Kürzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 436.
2) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 438440.
) Frieſe, Chronik, S. 800802.
) Frieſe, Chronik, S. 801. Auch in den Gebieten des Markgrafen gab es einige Anhänger dieſer Lehre. Martin von Eyb, damals Statthalter der Markgrafen, ließ ſie gefangen ſetzen und erſuchte ganz entſetzt, am 1. April 1446 den Biſchof von Würzburg um Verhaltungsmaßregeln. Der Biſchof ordnete am 3. April die Überführung der Gefangenen nach Würzburg an. Würzburger Kr.⸗A., Libri diversi, Nr. 11, Fol. 285. Über das Sektenweſen im Stifte vgl. Haupt, Die reli
dissen Sekten in Franken, Feſtgabe zur III. Säkularfeier der Julius Maximilians-Univ., 1882.