Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
375
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Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 375

die Berner Boten dem Rate ihrer Stadt vom Konſtanzer Tage ſchrieben, daß Albrecht die Abſicht hätte, mit einem großen Heere die Eidgenoſſen anzugreifen, falls ſie einen Frieden mit Oſterreich ablehnen würden.

Die Boten rieten den Eidgenoſſen, den Thurgau im Frühling völlig zu verwüſten, damit das markgräfliche Heer nirgends Proviant fände.)

Albrecht ſelbſt war auf dem Konſtanzer Tage erſchienen.

Er benutzte die Zuſammenkunft mit dem dort anweſenden Pfalzgrafen und dem Grafen Ludwig von Württemberg zu einem neuerlichem Verſuche, den Städtebund zu ſprengen. In ſeinem Namen ſchlugen damals die beiden Fürſten den Städte­boten eine Verſchmelzung der beiden Gegenbünde vor.)

Am die Vermittler nicht zu erzürnen und in das feind­liche Lager zu treiben, ließ ſich der Städtebund in Verhand­lungen ein, ohne deshalb aber eine Verwirklichung des Vor­ſchlages auch nur ernſthaft in Erwägung zu ziehen. Die Rückſichtnahme nützte dem Bunde nicht allzu viel. ; Am 6. Juli trat auch der Pfalzgraf und Graf Ludwig von Württemberg in Schorndorf dem Bündnis bei, das die Markgrafen Albrecht und Johann, Erzbiſchof Dietrich von Mainz, Herzog Albrecht von Sſterreich, Herzog Otto von Bayern, Markgraf Jakob von Baden und Graf Ulrich von Württemberg zuſammen ſchloſſen. i

Abwehr und Beſtrafung der immer mehr überhand neh­menden Räuberei wurde im Vertrage als Zweck der Einung angegeben.) Von Schorndorf eilte Albrecht nach Regensburg;

) Witte, Reg. III, 6624.

2) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1446, Nr. 232.

3) Innsbrucker Statthalterei⸗Archiv, Urkd., 7529, und Stuttgarter Staatsarchav, Fürſtliche Einungen, 124, 30, 2. Vgl. Chmel, Materia­lien 1b, 920. Stälin, Württemberg. Geſch. III, S. 472. Vor allem Pfalzgraf Ludwig hat den angegebenen Zweck der Einung ernſt genoni­men und ſeinen Amtleuten befohlen, die Amtleute der Fürſten bei der