Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
378
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378 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

Solchem Fürſten mochten es des Stiftes Ritter glauben, daß er nicht bloß im eigenen Intereſſe handelte, wenn er ver­künden ließ, daß ihres Biſchofs Bündnis mit den Städtenwi­der den Adel gemacht ſei,) ihm mochten fie vertrauen, wann und wo er für ſich und feine Freunde ihnen Hilfe verſprach.)

Der Biſchof wandte ſich um Schutz an ſeine Bündner. Er erklärte der Tagſatzung, daß die Fürſten ihn nur zum Auf­geben des Bündniſſes mit den Städten und zum Beitritt in ihren Bund zwingen wollten; daß er es aber vorziehe,der geſchworenen Einung treu zu bleiben und mit den Städten das Unrecht zu ſtrafen. Er verlangte, daß die Städte ſich in Be­reitſchaft hielten, da die Gegner zum Frühjahr rüſteten. Auch von anderer Seite waren die Städte gewarnt worden, daß gegen ſiegroße Dinge und Anſchläge vorbereitet würden, um ſie an Leib und Gut ſchwerlich zu beſchädigen.)

Wie ernſt es den Gegnern war, zeigte den Städten der Fehdebrief, den die vornehmſten Räte Herzog Wilhelms von Sachſen, Lutz von Geuſen, die Vitzthume und die Grafen von Gleichen geringer Schulforderung halber nächtlich an Würz­burgs Tore anheften ließen,) zeigte der Raubanfall auf Haß­furt, bewies deutlicher noch die trotzige Antwort 5 Wil­helms aus des Biſchofs Klage.

Was half es, wenn Nürnberg auf des Biſchofs Bitte der Ritterſchaft ſeines Stiftes ſchrieb,daß die Reichsſtette, den Adel, der ſich Erbarkeit fleißet, lieber helfen MEN dann vertreiben wollten,.)

1) K. Nürnberger, Kr. A., Briefbücher, XVIII,. 80-41:

2) So verbanden ſich am 7. Januar 1447 Graf Kraft von Hohen­lohe und die Rittergeſellſchaft an der Jagſt mit ihm gegen Horneck von Hornberg. Reg. d. hiſt. Kommiſſion München aus dem Oehringer Archib.

) Nördlinger St. A., Städtebundakten, 1446, Nr. 234.

) Frieſe, Chronik, S. 801.

) Nürnberger Kr. A., Briefbücher XVIII, S. 3041. Nach einem Brief des Rates vom 10. September 1446 an Ulm.