Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 379
Auch die Verſammlung der Städteboten in Ulm befaßte ſich ernſtlich mit den Verdächtigungen gegen ihr Bündnis mit dem Biſchof von Würzburg.
In einem Sendſchreiben!) an viele Fürſten und Edle verſicherte die Verſammlung faſt mit den gleichen Worten, wie vorher Nürnberg der Stiftsritterſchaft, ihre gute Geſinnunggegen ehrbare Ritter.
Das Bündnis mit dem Biſchof wie mit anderen Reichsfürſten wäre geſchloſſen, damit„der Pilgrim, der Landpfarrer, der Kaufmann und meniglich die Reichsſtraßen deſto ſicherer und beſſer gewandeln und gewinnen möchten; auch um die Städte bei dem heiligen Reich und billigen Dingen zu hanthaben“.
Mehr wie alle Verſicherungen und Schriften der Reichsſtädte hinderte den beabſichtigten Angriff auf das Bistum, daß deſſen kampfluſtigſter Feind Herzog Wilhelm von Sachſen im. eigenen Lande bedroht war.)
Auch nach der von den Markgrafen und dem Landgrafen von Heſſen vermittelten Teilung der ſächſiſchen Lande war im Herzogtum kein Friede geweſen. Der Mangel eines allgemein. anerkannten fürſtlichen Erbſchaftsrechtes, Einflüſterungen und Mißverſtändniſſe verſchuldeten dieſen Zuſtand weit mehr, als die Unverträglichkeit der beiden Fürſten.
Drrr ältere Bruder, Kurfürſt Friedrich, war ein fröhlicher, behäbiger Herr,“) der wie kein zweiter Fürſt in dieſer Zeit es verſtand, durch ſchlichtes Weſen und Leutſeligkeit die
) Frankfurter St. A., Kaiſerl. Briefe, V. S. 57.
) Friedrich muß ungewöhnlich dick geweſen fein, da die Vitzthume, als er kaum 36 Jahre alt war, von ihm ſagen konnten,„er were ein — alter Herr, er konnte nicht lange leben“. Vgl. Stolle, Thüring. VII 0 0 O. S. 6. Vgl. auch die von Flathe(Deutſche Biographie
„Friedrich II.) angegebene Literatur.; eee e