Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 381
wohl das Spiel der Muskeln bei jeder Erregung verbargen, erſchien es ruhig. Aber in dem ſchwerfälligen Körper lebte ein hochfiegender, die kühnſten Pläne bedenkender Geiſt; das gutmütige Außere“) verbarg einen eiſernen Willen.
Fortiter in re, suaviter in modo, ſchien ſein Grundſatz. Friedrich war noch ein Knabe, als ihm die Kurwürde und die Vormundſchaft über die jüngeren Brüder zufiel; die ſchlimme Huſſitenzeit hatte ihm im Beginn ſeiner Herrſchaft den Ernſt des Lebens gelehrt; er hatte Meißen in dieſer Zeit geſchützt, dann dort den Aufſtand der Plauener Burggrafen niedergeſchlagen. f
Kaum dem Jünglingsalter entwachſen, gab er dem Reiche zwei Könige, und als 1439 Friedrich von Thüringen ſtarb, wurde er als Herr aller wettiniſchen Lande, der mächtigſte deutſche Fürſt.
Nur mit Mühe hatten damals die jungen Markgrafen und ihre Bündner ſeine klugen, weitblickenden Pläne vereitelt; Herzog Friedrich hatte grollend dieſen Plänen entſagt.
Um ſo ernſter und eifriger widmete er ſich der Förderung ſeines Landes, und nur ungern willigte er dem Drängen des jüngeren Bruders, und der törichten Sitte nachgebend, in die Teilung der Länder.
Aber mit folder Teilung war der Kurfürſt nicht gewillt, auch allen Einfluß auf den Landesteil des Bruders preisgegeben zu haben, den ihm das Erſtgeburtsrecht, ſeine Erfolge und Erfahrungen und der Kurfürſtenhut verlieh.“)
Anerſchütterlich beſtand er darauf, daß in den wettiniſchen Ländern gleiche Politik getrieben wurde, daß der jüngere Bru.
) Sein Bild, Schäfer, Prinzenraub, Tafel I.
) Koch, Der ſächſiſche Bruderkrieg zeigt, wie weit überle . 1„ gen Kurfürſt Friedrich bei den Verhandlungen über die Teilung der Lande
ſeinem Bruder und deſſen eigennützigen Räten war.