Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
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384
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384 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

Witzleben!) eng verbündet. Dem jungen Herzog aber weigerten die Städte und viele Edle ſeines Landes den Gehorſam.) Die Anwerbung der gehaßten böhmiſchen Ketzer mehrte nur die Erbitterung im Lande gegen ihn, nützte ihn aber nicht allzu viel, da der Kurfürſt katholiſche Böhmen anwerben ließ.) Auch war der Zuzug aus Böhmen für beide Parteien noch nicht gekommen,) als die offenen Feindſeligkeiten ausbrachen.

Die Ausſichten waren für Herzog Wilhelm durchaus ſchlechte, ſo ſehr er Siegeszuverſicht heucheln mochte.) In der Tat konnte der Herzog in dieſem Kriege nur geringe Erfolge erringen, während ſeine Lande und ſeine Leute unter den Raub⸗ und Eroberungszügen der von allen Seiten vordringen­den Gegner arg zu leiden hatten.)

So eilte denn Albrecht mit ſeinen Brüdern Johann und Friedrich, auch mit einigen Räten des Landgrafen von Heſſen

1) Herzog Wilhelms Bündner und Räte waren Buſſe und Abel Vitzthum, Bernhard von Kochberg und Friedrich von Witzleben. Ga­letti, Geſch. Thür., IV, S. 146 zählt zur Partei des Kurfürſten noch mehrere andere Herren, die aber in den Verträgen nicht ausdrücklich genannt werden. Vgl. Koch, der ſächſ., Burderkrieg, S. 69. Das Bünd­nis ſelbſt wurde erſt am 1. Dezember 1446 geſchloſſen. Am 29. April 1447 wurde das Bündnis erneuert; auch der Biſchof von Meißen trat bei­Reg. der hiſtor. Kommiſſion München aus dem Erfurter Archiv.

2) Stolle, a. a. O., S. 11. Herzog Wilhelm habe Söldner ge­worben,als ihm ſeine Untertanen und Grafen alle abſprangen. Ve­tero. Cell. Chron. a. a. O., S. 426.

) Bachmann, Herzog Wilhelms Zug a. a. O., S. 103. Im Jahre 1450 rühmt ſich Herzog Friedrich, daß er ſtets nur mit katho­liſchen Böhmen ſich verbündet habe. K. B. Reichsarch., Fasc. 25, Nr. 242.

) Fontes rer. aust. 42, S. 31. Vgl. Bachmanns Zug a. a. Dr S. 103, Anm. 31.

5) Stolle, a. a. O., S. 17.Der junge Herr meinte, er wollte dem alten Herrn 1000 Mann zuvorgeben, dennoch wollte er mit ihm ſtreiten.

) Am 20. Oktober 1447 hatte Kurfürſt Friedrich von Bran­denburg einen Waffenſtillſtand bis 23. April verabredet, um Herzog Friedrich von weiterem Vordringen im Lande ſeines Bruders abzu­halten. Dieſer Waffenſtillſtand wurde von beiden Seiten nicht ehr­lich gehalten. Koch, Der ſächſiſche Bruderkrieg, S. 6365.