Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
386
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386 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

burg angeſetzte Tag einen Frieden oder auch nur eine Ver­längerung des ſo oft gebrochenen Waffenſtillſtandes bringen würde.

Die drei Markgrafen von Brandenburg und der Land­graf von Heſſen erſchienen perſönlich auf dem Tage; der Erz­biſchof von Mainz, die Städte Erfurt, Mühlhauſen, Nord­hauſen!), wohl auch Nürnberg) hatten Ratsboten geſandt. Bei der kaum verhaltenen Erbitterung beider Parteien, die ſelbſt während des gütlichen Tages zu blutigen Auftritten führte,) war die Durchführung der Vermittlung überaus ſchwierig. Faſt drei Wochen ſchalten ſich die Parteien und warfen ſich ſchmähliche Schandtaten vor. An ernſte Verhand­lung war kaum zu denken. Des nutzloſen Streitens müde, wollte der Kurfürſt von Sachſen den Tag verlaſſen.

Im Reich ſtand für Albrecht alles auf das Beſte. König Friedrich hatte ſeine Räte beauftragt, die Klagen der Städte­boten über die Anmaßungen des Nürnberger Landgerichtes

während des Nürnberger März⸗Reichstages zu verhören; der Führer der königlichen Räte war Albrecht ſelbſt geweſen.) Nun drohte der ſächſiſche Bruderzwiſt die Schwächung oder gar die Vernichtung ſeines wichtigſten Bündners zu bringen. Man ermißt, wieviel vor allem der hohenzollernſchen Hauspolitik an der Beilegung des Zwiſtes lag.

1) Stolle, a. a. O., S. 20.

2) Nürnberger Kr. A. Briefbücher XVIII, S. 196.

i 2) Galletti, Geſch. v. Thüringen, IV, S. 149. Koch, Der ſäch­ſiſche Bruderkrieg, S. 89.

9) Janſſen, Frankf. Reichskorreſp. II. S. 9697 und Frankf. St.⸗A., R. 7, A. III, Fol. 6 und 7, Der Unermüdliche arbeitete mit ſeinem Bruder Johann gerade in dieſer Zeit auch eine Reformation des Nürnberger Landgerichtes aus. K. B. Reichsarch., Brandenburg, S. XXI. f. CXIII. Nr. 5%. Vgl. Bd. II.