Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
387
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Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 387

Markgraf Friedrich, der mit Herzog Wilhelm nicht ſo befreundet war, als Albrecht, und deshalb den Kurfürſten auch als weniger parteiiſch erſchien,) führte mit Schonung der überreizten Empfindlichkeit auf beiden Seiten, eine perſönliche Annäherung der feindlichen Brüder herbei.

Am 12. Mai vermittelten dann die drei Markgrafen, der Landgraf Ludwig von Heſſen und die Räte des Erzbiſchofs von Mainz, einen Frieden zwiſchen Kurfürſt Friedrich und Herzog Wilhelm.)

Die Streitigkeiten ſollten durch die vier Fürſten in Güte beigelegt oder durch einen Rechtsſpruch entſchieden werden; zum 3. September wurde ein Tag nach Mühlhauſen anberaumt, auf dem nach Verhör der beiden Parteien der Entſcheid gefällt werden ſollte.

Nach welcher Seite die hohenzollernſche Politik neigte, aber auch mit welchen Mitteln der unbeſtreitbar große diplo­matiſche Erfolg erreicht war, den der Friede für dieſe Politik bedeutete, bewies ein weiterer Vertrag, dem Kurfürſt Frie­drich von Sachſen ſeltſamerweiſe feine Zuſtimmung gab.)

Die vier fürſtlichen Vermittler verpflichteten ſich, auf Mahnung Herzog Wilhelms dieſem zu helfen, wenn Kurfürſt Friedrich dieſe Richtung nicht hielte oder dem in ihr feſtgeſetz­ten Austrage nicht nachkäme.

In Naumburg ſöhnten auch die vier Fürſten am glei­chen Tage Herzog Wilhelm mit ſeiner widerſpenſtigen Ritter­ſchaft aus.

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) Ihn hatte Kurfürſt Friedrich von Sachſen in feinem Teſta­mente zum Veiſtand der von ihm erwählten Vormünder ernannt. Vgl. Ehmel, Reg. Frid. Imp. I. Nr. 2823.

) Dresdener St.⸗A., Urkd. 6980. 1

) Dresd. St.⸗A., Urkd. 6982, gleichfalls von Naumburg, 12. Mai 1447 datiert.