Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 389
Städte Grund hätten,„ſich fürzuſehen, zu bewaren und in Warnung zu bleiben“.)
Es war falſcher Alarm; aus der Markgrafen Landen zogen wenige hundert Reiter dem Heere Herzog Wilhelms zur Hilfe,) das dem Erzbiſchof Dietrich von Köln die kampfluſtige Hanſaſtadt Soeſt gewinnen ſollte.“)
Wohl widerriefen die Nürnberger ihr Hilfegeſuch;“) aber die Reichsſtädte waren gar nicht ſicher, ob dieſer furchtbare Zug lediglich gegen das ihnen nicht verbündete Soeſt gerichtet wäre, es möcht' auf andere Leute gemaynt ſein“,) ſo fürchteten ſie nicht mit Unrecht.
Die Demütigung Soeſts war nur als der erſte Teil des Zuges gedacht, der Angriff auf den Biſchof von Würzburg und die fränkiſchen Reichsſtädte war zwar verſchoben, aber für den Auguſt bereits feſt verabredet.“)
Der Zug Herzog Wilhelms glich einer gewaltigen, alles vernichtenden Sturmflut,“) wo eine Stadt auf dem Wege des
1) Reg. d. hiſtor. Kommiſſion, München, aus Gemeiners Nachlaß.
) An des Königs Statt„im königlichen Saal“ zu Wien hatte Albrecht am 29. März 1446 auf die Klage des Erzbiſchofs von Köln über Soeſt die Acht ausgeſprochen. Vgl. Hanſen, Weſtfalen und Rheinland im 15. Jahrhundert, Publikationen der preuß. St. ⸗A., XXXIV, S. 208.
) Bachmann, Fontes rer. austr. 42, S. 3052. Vgl. Bachmann, Herzog Wilhelms Zug vor Soeſt. v. Kraus, Deutſche Geſch. im Ausgange des Mittelalters. S. 155169. Hausberg, Die Soeſter Fehde, Weſtdeutſche Zeitſchr., 1882, S. 180238.
Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher, XVIII, S. 259. Vgl. Mathias Doering b. Mencken, III, S. 15.
5) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher, XVIII, S. 263264.
.) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 443444. Vgl. Stolle, Thüring. Chronik, a. a. O., S. 27. Wenn man Fontes rer. austr. 42, S. 40 und 41, von den verſchiedenen Verhandlungen Wilhelms lieſt, „bon mechtiger Fürſtentumb, Richtſtett und anderwegen“, fo möchte man glauben, Herzog Wilhelm habe urſprünglich beabſichtigt, die böhmiſchen Söldner überhaupt nicht zu entlaſſen, ſondern überall mit ihnen in Weſt⸗ und Süddeutſchland ſeinen Willen zu diktieren.
Hausberg, Die Soeſter Fehde, S. 232,