Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
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390
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390 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

Zuges mit einem Fürſten im Streite lag, gab ſie nach; beugte ſich oft nur der Drohung des Fürſten, die huſſitiſchen Söldner auch gegen fie zu rufen.) Selbſt Lübeck, Hamburg und Bremen ließen neue Befeſtigungen aufführen.)

Aber mit dem leichten Erfolge wuchs nur die Habgier und Roheit der verwilderten Scharen, kein Kloſter, kein Heilig­tum in der Kirche war vor ihren räuberiſchen Händen ſicher, gleich galt es ihnen, ob ſie in Freundes⸗ oder Feindesland plünderten.)

Das Land, durch das die wilden Scharen zogen, war ge­räumt. Die Bauern und die Ackerbürger e ſich mit ihrer Habe geflüchtet.

Sechs Meilen Weges kam der Rat von Hardenberg dem. Herzoge entgegen, ſchwor, dreißig Jahre lang nichts wider ihn zu tun, ihm alle Gefangenen herauszugeben und einem Rate des Herzogs, dem Grafen Heinrich von Schwarzenberg, die Entſcheidung über alle Streitigkeiten zwiſchen ihnen zu über­laſſen.

Die Vorſtadt von Einbeck wurde erſtürmt; der Biſchof von Hildesheim und die Herzöge von Grubenhein, die in der Stadt weilten, wagten nicht, den Sturm auf die Stadt ſelbſt zu erwarten. Sie verſöhnten und verbündeten ſich mit Her­

) Bachmann, Herzog Wilhelms Zug vor Soeſt, a. a. Ds S. 107108. Vgl. Riedel, Cod. dipl. II, 4, S. 395. Nichts iſt be­zeichnender, als daß ſelbſt das ferne Baſel die Rüſtungen der benach­barten Edlen damit in Zuſammenhang brachte, daßdas Volk Mut hätte, über den Rhein zu ziehen, Brief Baſels an Straßburg vom 1. Auguſt 1447. Straßburger St.⸗A., A. A. 191, während der cleviſche Chroniſt Gerts von der Schüren, S. 241, meinte, daß nach der Er­oberung Soeſts die Seeſtädte angegriffen werden ſollten.

2) Die Münſteriſchen Chroniken des Mittelalters ed. Ficker, Bd. I, S. 251. 1 3) Gerts van der Schüren, Chron. v. Cleve und Mark ed. Troß,

4) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten, 1447, I, 7. Brief eines unbekannten Teilnehmers dieſes Zuges an Nürnberg.