Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 391
zog Wilhelm und ſeinem Schützling, dem Herzoge von Braunſchweig; Einbeck und einige Schlöſſer, die fie dem Braunſchweiger abgewonnen hatten, gaben fie ihm zurück.!) Einbeck zahlte an Herzog Wilhelm 10 000 Gulden und lieferte dem Heere 100 Fuder Bier und andere Küchenſpeiſen.!
„Wo fie ihren Ernſt zutun, das gewinnen fie“, ſo rühmten ſich die Siegestrunkenen. Die Hilfstruppen der Markgrafen verzichteten auf ſolche Kampfgenoſſen und verließen ſchon vor der Eroberung Einbecks das Heer.“)
In Nürnberg freilich glaubte man den markgräflichen Truppen ihre ſittliche Entrüſtung nicht. Die Reiſigen ſeien heimgekehrt, ſo ſchrieb der Rat an Ulm, damit der Markgraf
1) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten, 1447, I, S. 21. Brief Herzog Wilhelms an einen ungenannten Fürſten. Aus den beiden zitierten wichtigen Urkunden ergiebt ſich, daß der Erzbiſchof von Köln bereits vor Einbeck am 10. Juni das Heer in„Koſt und Futter“ genommen hat. Von Einbeck zog das Heer vor Blomberg, das ein Graf von Lippe und ein Herr von Schaumberg mit 150 Reiſigen verteidigte. Das Schloß wurde erſtürmt, die Verteidiger konnten ſich aber durch eine unbewachte Pforte retten. 200 Pferde und viel Habe wurde erbeutet. Die Städte Horn, Detmold, Salzuflen waren geräumt. Die Stadt Lemgo,»die dann großer veſter, mächtiger und reicher iſt, dann unſer brüder oder wie irgent ein ſtat haben Lipzk oder ſunſt keine ausgeſchloſſen“, zahlte dem Erzbiſchof von Köln 25 000 Gulden und gab die Hälfte ihres Proviantes dem Heere. Die Bürger von Horn, die der Erzbiſchof ſicherte, gaben 4000 Gulden. Lemgo und Horn huldigten dem Erzbiſchof. Salzuflen wurde niedergebrannt. Detmold„beſetzt“, Herford, das 15 Jahre dem Erzbiſchof getrotzt hatte, zahlte 15 000 Gulden Strafe und erkannte Münz⸗, Gerichts⸗ und andere Gerechtigkeiten des Erzſtiftes in der Stadt an.
„) Fontes rer. austr., 42, S. 38. Immerhin können die Räube1 nur den Vorwand für den Aufbruch der markgräflichen Truppen gebildet haben, die die Markgrafen vielleicht bald in Franken gebrauchen wollten; jedenfalls blieben die Truppen Herzog Wilhelms, des Landdafen don Heſſen, des Erzbiſchofs von Köln, der Herzöge von Braunſchweig mit den Böhmen zuſammen. Vgl. für den ganzen Zug Bach
Mann, a. 0 S 1 72; i 8. 103110„S. 110 ff. Hanſen, Weſtfalen und Rheinland,