Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 393
Dort hatte Markgraf Albrecht alles zum Kampfe bereitet. Während Herzog Wilhelm noch vor Lippſtadt und Soeſt kämpfte, hatte Albrecht ſich mit Biſchof Gottfried in Friedensverhandlungen eingelaſſen,) um ſo den Ausbruch des Kampfes auf gute Art bis zum Auguſt hinausſchieben zu können.
Anfang Juli war er zur Hochzeit ſeines Schwagers Karl mit der Schweſter des Königs nach Pforzheim geritten, hatte ſich dort mit ſeinen alten Freunden verabredet und ſich neue geworben.|
Ihm ſchien es nicht mehr nötig, feine Abſichten zu verhehlen. Als er in Dinkelsbühl übernachtete, erklärte er einem Ratsherren dieſer Stadt, daß er das Würzburger Stift angreifen müſſe, falls der Biſchof ſeine Rechtsgebote nicht ſchleunigſt annehme. Würden die Städte wider ſein Erwarten dem Biſchof helfen, ſo würde er ſein eigenes Land verderben und aus ſeinen Schlöſſern Raubkrieg treiben; an eine Richtung wäre bei dem Schaden, der ihm dann erwachſen würde, überhaupt nicht zu denken. Auf ſeiner Seite ſtänden bereits jetzt mehr als 14 Fürſten. Wollten die fränkiſchen Städte von Schweizern oder anderen nicht verbündeten Städten Hilfe heranziehen,„ſo wiſſe er wohl, jeder Stadt einen Fürſten anzuhängen“.
Närriſch aber wäre es zu glauben, die Fürſten, die mit den Städten im Bunde wären, würden ihnen auch in der Tat helfen; das wäre ebenſo ausgeſchloſſen, als daß Dinkelsbühl ihm gegen Ulm Beiſtand leiſten würde.)
In den Reichsſtädten herrſchte eine leichtverſtändliche Aufregung. Man war der Überzeugung,„daß etlich Reichsnn
) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 443—444. Brief des Biſchofs bon Würzburg an den Pfalzgrafen Ludwig vom 21. Juli. Während Albrechts Räte auf einem Tage in Würzburg mit dem Viſchofe verhandelten, hätte Albrecht ſelbſt in Pforzheim Hilfe gegen den Viſchof verlangt. über die bei dieſer Hochzeit anweſenden Gäſte vgl. Witte, Reg. III, 67676772. Vgl. 6779.
) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 453.