398 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.
Albrecht erbot, nachdem der Biſchof ihm und ſeinen Dienern vor dem Erzbiſchof von Mainz oder Pfalzgraf Ludwig zu Recht geſtanden hätte, auch dem Biſchof vor den gleichen Schiedsrichtern zu Recht ſtehen zu wollen.“)
Obgleich Biſchof Gottfried ſehr wohl die Fallen erkannte, die Albrechts Vorſchlag barg, nahm er ihn dennoch an; ihm lag daran, dem blühenden Franken die Schrecken zu erſparen, die ſoeben die Niederlande heimgeſucht hatten.“)
Von Soeſt war Herzog Wilhelm mit ſeinen Böhmen aufgebrochen, er hatte den Weg nach Franken genommen, ſchon lagerte er bei Meiningen.) Man erzählte ſich in den Städten, Markgraf Albrecht hätte ein ſo„großes Gewerbe von viel Fürſten, Grafen, Herren und Ritterſchaft als in vil Zeiten je geweſen ſei, jetzt zuſammen“, und die Herzöge Heinrich von
1) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 449. 2) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 450—451. Brief vom 27. Juli. Der Biſchof ſchlug weiter vor, den Erzbiſchof von Mainz
oder den Pfalzgrafen Ludwig oder Graf Jörg von Henneberg mit einem Zuſatz aus der fränkiſchen Ritterſchaft oder den Rat von Ulm entſcheiden zu laſſen, wer das billigere Rechtsgebot getan habe. Den Vorſchlag Albrechts nennt er, obgleich er ihn annimmt, ein„verfärbt Gebot”. Albrecht beſteht auf ſeinem Vorſchlage, doch giebt er zu, daß, falls der Graf von Henneberg nicht zu erreichen wäre, ein anderer fränkiſcher Edler, auf den man ſich einigen würde, oder der Pfalzgraf unter den gleichen Bedingungen den von ihm vorgeſchlagenen Entſcheid zu fällen berechtigt fein ſollte.(Standbuch 440, S. 451—452. Brief vom 28. Juli. Vgl. Gemeiner, Regensburger Chr., III, S. 168, Anm. 1.) f
2) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher 18, S. 305. Nach einem Briefe des Rates vom 31. Juli an Regensburg, Rothenburg, Windsheim. Nach Palacky, Geſch. v. Böhmen, IV, a. S. 181, iſt Herzog Wilhelm bloß bis Mihla bei Eiſenach gekommen. Dieſe Angabe iſt zweifellos falſch, da der Rat von Nürnberg in einem weiteren Briefe an Ulm ausdrücklich beſtätigt,„das fremde Volk ſei bis Meiningen gekommen.“ Der St. Gehülfenberg, den Herzog Wilhelm als den Scheidepunkt bezeichnet, Fontes rer. austr., 42, S. 44, iſt möglicherweiſe der Hülfensberg nordöſtlich von Eſchwege. Dann müßte Herzog Wilhelm von dort mit ſeinen eigenen Truppen bis Meiningen gezogen ſein.