Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 399
Landshut und Albrecht. von Oſterreich hätten die Abſicht, ihm am 10. Auguſt mit vielen Reiſigen zur Hilfe zu eilen.“)
Die Städte waren vor Bettlern und fahrendem Volke gewarnt worden; es hieß, Vagabunden wollten nicht nur die Häuſer, ſondern auch die friſche Ernte auf den Feldern in Brand ſtecken.“)
Den gütlichen Tag, den Pfalzgraf Ludwig zum 1. Auguſt nach Mergentheim ausſchrieb,“) hatten zwar beide Parteien angenommen; aber der Biſchof war überzeugt, daß dieſer Tag ebenſo ergebnislos verlaufen würde, wie ſeine Vorgänger, oder daß er überhaupt nicht ſtattfinden würde.
Mit Berufung auf ihr Bündnis mahnte der Biſchof den Pfalzgrafen zur Hilfe, erinnerte ihn, daß ſein Bruder Rupprecht, den er kürzlich zum Domprobſt beſtellt hatte, ein„merklich Glied“ ſeines Stiftes wäre.“)
Solange er das Vermittleramt noch nicht niedergelegt hatte, wollte der Pfalzgraf keiner Partei Hilfe verſprechen. Er beantwortete jedoch des Biſchofs Bitte mit der Verſicherung, daß es ihm nicht lieb wäre, wenn dem Biſchofe oder ſeinem Stifte„einicher Schade wider billig geſchehe“; dringend erſuchte er Albrecht, nicht weiter gegen den Biſchof zu rüſten.“
Daß der Pfalzgraf ſeiner Bundespflicht nachkommen würde, konnte ſo als ſicher gelten. Auch die Städte waren zum Kampfe für ihren Bundesgenoſſen entſchloſſen.
Die Reichsſtädte hatten dem Rothenburger Beſchluſſe getreu zum 10. Auguſt ihre Mannſchaft aufgeboten.“)
Gar zu oft hatte Albrecht in den letzten Jahren ihre Politik durchkreuzt. In Schweinfurt hatte ein Aufſtand den alten Rat zur Abdankung genötigt, aber auf die dringende Mahnung des Städtebundes hatte die Stadt ſich zu ſeiner Wiedereinſetzung
) Würzburger Kr.⸗A., Miszell., 1029, Prod. 60.
) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch, 440, S. 443.
) Würzburger Kr.⸗A., Libri diversi, 77, S. 460—461, und Standbuch 440, S. 443.
Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 40, S. 445.
) Würzburger Kr.⸗A., Miszell., 1029, Prod. 68.