412 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.
bündeten nicht völlig ſicher fein, da kein deutſches Land von den Übergriffen dieſes Gerichtes verſchont geblieben war.
Die alte Streitfrage aber, ob es den Reichsſtädten er laubt wäre,„Pfahlbürger“ in ihre Gemeinden aufzunehmen, berührte die Lebensintereſſen jedes Fürſtentumes.
Wurde ſchon eine freie Stadt in der Mitte eines fürſlichen Gebietes wie ein Dorn im Fleiſche empfunden, ſo wurde die Ausübung der Landeshoheit geradezu unmöglich, wenn{id die freien Ritter und Grafen im Lande auf ihren Burgen ab Bürger dieſer Stadt fühlten.
Um dieſer Streitfrage eine den Standesintereſſen günſtige Löſung zu finden, mußte jeder ſelbſtbewußte Fürſt willi Gut und Blut opfern.|
Schon 1443 hatte Albrecht wegen eines Gutes mit Kor rad von Heideck Streit bekommen. In Albrechts Abweſenhei hatten ſeine Räte, Dr. Knorr, Martin von Eyb und Heinz Scheiter die Angelegenheit beigelegt und Heideck einen Ber gleichsbrief übergeben. Da Albrecht aber dieſem Vergleich ſeine Zuſtimmung verſagte, hatten die Räte Heideck auf die Plaſſenburg beſtellt, und dort gedrängt, den Vergleichsbrie wieder herauszugeben.) Erzürnt war Heideck mit den Worten fortgeritten:„Er wolle an den Markgrafen einen gnedigel Herrn haben, es wäre ihm lieb oder leid.“) Wie er dies Worte gemeint hatte, zeigte ſich bald. Am 19. Februar 1445 trat er mit ſeiner ganzen Herrſchaft Heideck, mit 9 Diener! und 10 Pferden, gegen ein Entgelt von jährlich 400 Gulden bis 1455 in den Dienſt der Stadt Nürnberg.“)
Trotz der großen Aufgaben, die Albrecht damals zu kr; ledigen hatte, behielt er die Angelegenheit im Auge.
1) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Prod. 19a. 2) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Prod. 3. 3) Städte⸗Chr. II, S. 123, Anm. 1. N