Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
423
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Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 423

So verſchärfte dieſer Tag nur die Erbitterung der Strei­tenden. Von ſeinem Nürnberger Landgerichte verlangte Albrecht als Kläger die richterliche Erlaubnis, mit Gewalt den Betrieb des Bergwerkes wehren zu dürfen. Das Landgericht beſchloß, eine Kommiſſion zu entſenden, die ſich überzeugen ſollte, ob in Laibſtadt noch gearbeitet würde; aber bevor noch die Kommiſſion dieſen Auftrag ausführen konnte, hatte Albrecht bereits die Grube einwerfen laſſen.)

Trotz ſeiner ſtolzen Worte wich der Rat Nürnbergs dem Kampfe aus; allzu viel ſtand für die Stadt auf dem Spiele. Sorglich und ſchwer ſchien dem Rate die Zeit;Fehde und Feindſchaft überall. Täglich war die StadtÜberzug und großer Beſchädigung gewärtig.?);

Die vornehmſte Sorge des Rates galt dem Heere Podie­brads, das vor Prag lag. Noch weigerte dieſe Stadt dem Heere den Durchzug; aber es galt in Nürnberg für ſicher, daß nach der Einnahme Prags die gefürchteten Scharen gegen den Biſchof von Würzburg und die Reichsſtädte losgelaſſen würden; ja der Rat war gewarnt worden, daß ein zweites böhmiſches Heer bereits an der Grenze ſtände.) Eifrig ermahnte Nürn­15 ſeine Bündner, ihre Reiſigen zur Hilfe ſtets bereit zu

alten.

Mit nicht beſonders freudigem Herzen wird in dieſen Tagen) Dr. Knorr als Abgeſandter Albrechts in Nürnberg begrüßt worden fein.

Sein Lob für die ruhige Haltung des Rates, der ſchon vor der Zerſtörung des Bergwerkes ſeine im Betriebe beſchäftig­.

) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog, 1904, Prod. 199.

2) Nürnberger Briefbücher, XIX, S. 132.Der Leuff im Lande Salber verſagte der Rat Herzog Friedrich von Sachſen eine gegen die

öhmen geforderte Hilfe.| ) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbüdher XIX, S. 143147, 4) Dr. Knorr traf am 29. Auguſt 1448 in Nürnberg ein.