424 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.
ten Bürger zur Aufgabe ihrer Tätigkeit veranlaßt hatte,) klang wie Hohn. Auch die verſteckte Drohung verſtand der Rat wohl, als Knorr unter durchſichtigem Vorwande die jetzt eigen! lich überflüſſig gewordenen Briefe der Verbündeten ſeinez Herrn überreichte, die ſich im Streite mit Heideck völlig auf die Seite Albrechts geſtellt hatten. Dennoch war der Rat keines wegs gewillt, ſich dem Anſinnen Dr. Knorrs zu fügen, und Heidecks Dienſtvertrag zu kündigen. Vergebens ſetzte Di. Knorr auseinander, daß durch Heidecks Ausflüchte während des Mergentheimer Tages ſowie durch die unwiderlegbaren Klagen des Markgrafen das Unrecht Heidecks völlig erwieſen wäre.“) Der Rat antwortete, daß der Prozeß vor dem Pfalz grafen ſchwebe; bevor der Pfalzgraf nicht zu Ungunſten He decks entſchieden hätte, würde die Stadt ihn keinesfalls aus ihrem Dienſte entlaſſen.“)
Mit der Erklärung, fein Herr betrachte das Schieb* richteramt des Pfalzgrafen als erledigt, ritt Dr. Knorr aus Nürnberg.
Der September 1448 wurde nun für den Rat ein böſet Monat.)
Der Schreckenskunde, Prag, das feſteſte Bollwerk kath liſchen Glaubens in Böhmen, wäre von Podiebrad erſtürnt worden,“) folgte die Nachricht, daß 17 000 Böhmen im Anzug gegen Franken wären. Der Rat zweifelte nicht, daß die eig“ nen„Landsleute“ die Huſſiten gegen die Städte hetzen wollten. Hatte doch gerade damals Markgraf Johann die Hälfte ſeiner
1) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher, XIX, S. 135.
2) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband, 484, S. 86—88.„Werbung Dr. Peter Knorren an den Rat zu Nürnberg in der von Heideck Sah das Perckwergk und andere antreffend.“
Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XIX, S. 143147. Witte Reg. III, 6879.
) Bachmann, Geſch. Böhmens, II, S. 414.