Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
427
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Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 427

Offen und verſteckt zeigte ſich der Fürſten Haß gegen Nürnberg. Immer von neuem mußte ſich der Rat in dieſen Monaten über Gefangennahme ſeiner Bürger und Geleitbruch bei dem Markgrafen, den Herzögen Wilhelm von Sachſen und Otto von Bayern beſchweren.) Dazu kam, daß Pfalzgraf Ludwig ſich Albrechts Anſchauung, ſein Richteramt im Pro­zeſſe gegen Heideck wäre erledigt, anzuſchließen ſchien. Trotz aller Bitten der verbündeten Städte?) ſetzte er keinen neuen Rechtstag an.|

Auch begnügte ſich Albrecht nicht mehr, allein gegen Hei­deck vorzugehen, er griff jetzt ſeit langem ruhende Klagen gegen Nürnberg auf.)|

Der Goſtenhof vor dem Spittlertor in Nürnberg war 1342 von den Burggrafen an die Patrizierfamilie Wald­ſtromer als Lehen verkauft worden.

Das Dorf behielt die niedere Gerichtsbarkeit, die höhere Gerichtsbarkeit übte das Reichsgericht in Nürnberg aus. Nun hatten die Schöffen des Dorfes einige raufende Burſchen abge­urteilt. Der Rat in Nürnberg behauptete indeſſen, die Bur­ſchen hätten ſich nicht nur durch Rauferei vergangen, ſondern es handle ſich, da bei dem Streite Meſſer gezückt worden wären, um das Delikt der ſchweren Körperverletzung. Für Beſtrafung dieſes Vergehens wäre aber nicht mehr das Dorfgericht, ſon­

dern das Reichsgericht in Nürnberg zuſtändig. Seiner An­

Die Markgrafen lagen jedenfalls während des Überfalles in dem nahe bei Haßfurt gelegenem Bistume Bamberg. Nach der Unterredung

Albrechts mit Vitzthum, die in Bamberg ſtattfand, war der Biſchof von Bamberg ſofort zu Markgraf Johann nach Hollfeld geritten. Brief­bücher, XIX, S. 160. ) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher, XIX, an verſch. Orten. ) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher, XIX, S. 156, 176, 303. 8. 80 3) Vgl. v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw., Städte⸗Chr., II, 350 360. Bader. Erhard Schurſtabs. Beſchreibung d. erſten mark­

% Krieges gegen Nürnberg, Quellen zur bahyeriſchen und deut­en Geſch. VIII, S. 10-20.