Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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434 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

nach einem Vertragsbruche ihre Steuern dem vertragstreuem Teile abzuliefern.)

Am 6. Dezember ſchien die Ausſöhnung vollſtändig her­geſtellt, nachdem der Erzbiſchof von Magdeburg durch den in Naumburg gefällten Ausſpruch Albrechts und des Landgrafen Ludwig von Heſſen veranlaßt worden war, das noch vom letzten Kriege her in ſeiner Hand befindliche Schloß Nebra an Herzog Wilhelm wieder zurückzugeben.)

Schon aber ballten ſich neue Wolken auch in dieſen Gegen­den zuſammen.

Markgraf Friedrich hatte im Juni mit feſter Hand Ber­lin ſeinem Willen gefügig gemacht. Nach dieſem Erfolge trat er nun, wie im Beginne ſeiner Regierung, dem Kurfürſten Friedrich von Sachſen entſchloſſen entgegen; aber ſo wenig wie damals mochte er des Bruders Hilfe miſſen; ſo eilte Albrecht in die Mark.)

Die alte Streitfrage zwiſchen Sachſen und Brandenburg um die Pfandinhaberſchaft der vom Königreich Böhmen ver pfändeten Lauſitz war wieder aufgerollt worden. Nikolaus von Polenz, der für ſeine unmündigen Vettern Jakob und Jakob von Polenz die Vogtei verwaltete, hatte dem Kurfürſten von Sachſen das Vorkaufsrecht verſprochen,) obgleich er ſelbſt 1441 die Lauſitz unter den Schutz Markgraf Friedrichs geſtellt hatte.) Der behende Kurfürſt von Sachſen') beutete feinen Vorteil weislich aus; auf ſein Drängen verlieh ihm ſein Schwager König Friedrich als römiſcher König und als Vormund des

1) Dresdener St.⸗A., Urkd., 7058. 2) Dresdener St.⸗A., Urkd. 7066a. 3) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 108 u. S. 120121. ) Droyſen, Geſch. d. preuß. Politik, II, 1, S. 125. 5) Riedel, Cod. dipl., II, 4, S. 229 230. e) Über den Urſprung der ſächſ. Anſprüche vgl. Voigt, Ein trag zur Geſch. der Verpfändung der Lauſitz an Meißen, Märki Forſchungen IX, S. 142147.

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