Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
454
Einzelbild herunterladen

454 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

Den Gebotsbrief des Königs, auf den ſich die Stadt be­riefe, hätte ihr Geſandter mit vieler Mühe von dem Könige erwirkt, um dem Markgrafen einenungnedigen Herrn zu machen.

In der Tat wäre es für Nürnberg ebenſo leicht geweſen, trotz eines öffentlichen Erſuchens heimlich die Genehmigung des Königs zu ihrem Rechtsgebote zu hintertreiben, wie es ſchwierig geweſen wäre, die fünf fürſtlichen Schiedsrichter, zu denen ja auch der Biſchof von Würzburg gehörte, wieder an einem Orte zu vereinigen. Die Ratsboten hofften ſelbſt nicht auf die Annahme ihres Vorſchlages. Mit dem Biſchof von Würzburg verabredeten ſie noch auf dem Tage einen Zug gegen das markgräfliche Schloß Steinach.

So waren auch die letzten Vermittlungsverſuche ge­ſcheitert; die Bundesgenoſſen blieben nach wie vor von dem Rechte ihrer Partei, von der unerträglichen Anmaßung des Gegners überzeugt; Koſten und Mühe waren vergeblich für dieſen Tag verſchwendet worden.

Noch von Bamberg aus befahlen die Markgrafen Albrecht und Johann ihren Lehensleuten in Nürnberg, ſich aus der Stadt auf ihre Lehensgüter zu begeben und von dort als ihre Helfer Konrad von Heideck abzuſagen. Im Weigerungsfalle drohten die Markgrafen ihren Lehensleuten die Einziehung der Lehen an.)

An mehr als die Hälfte aller Ratsherren und an viel Bürger war dieſe Aufforderung gerichtet worden; nicht einer kam ihr nach.) Für alle teilte der Rat der Stadt den Matt grafen ohne Angabe der Gründe die Weigerung mit.

) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch 440, S. 498499. Auf dri gendes Abraten ſeiner Ritterſchaft unterließ der Biſchof nach dem* ginne der Fehde zum Arger der Nürnberger dieſen Zug.

2) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 161.

3) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 71.

4) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX. S. 78.