Der Städtekrieg. 461
lich jede feindliche Handlung gegen die Städte und die Güter ihrer Bürger vorbehalten hätte..
Aus den{Hier endloſen Verhandlungen, die dem Kriege vorausgingen oder folgten, können beide Parteien manches Wort für ihre Auffaſſung anführen. b
Über Markgraf Albrechts Wollen und Wünſchen bei dem Beginne dieſes Krieges gehen die Anſchauungen der Gegner ohnehin nicht gar ſo weit auseinander. Das Ergebnis wäre bei einem glücklichem Ausgange des Kampfes das gleiche geblieben, ob Albrecht den Krieg aus Ehrgeiz und der Sucht, ſein Fürſtentum zu vergrößern, begonnen hätte, oder ob es lediglich ſeine Abſicht geweſen wäre, Nürnberg zu demütigen, um die Autonomie der Stadt zu brechen und das demokratiſche Prinzip in ihr zu treffen. Mochte gerade in Nürnberg mit ſeinem im weſentlichen patriziſchen Rat dieſes Prinzip auch nicht völlig rein zur Geltung kommen, es beſaß auch hier noch genug Werbekraft, um es dem Markgrafen für ſeine Herrſchaft gefährlich, für ſeine Untertanen verlockend erſcheinen zu laſſen. f Es hieße die Bedeutung des Krieges verwiſchen, wenn man ſich bei dieſer Feſtſtellung beruhigen wollte.
Es gibt im Leben aller Völker und Gemeinweſen Entwicklungen, deren Folgen nicht durch Wünſche und Hoffnungen, ſondern durch harte Notwendigkeiten beſtimmt werden.
Als die ſchwäbiſchen und fränkiſchen Städte ſich die Bruderhand reichten, wurde genau, wie ſechzig Jahre früher, der Kampf für die durch dieſen Bund bedrohten Elemente notwendig.
Hieß im 14. Jahrhundert, wenngleich auch damals die Fürſten am Kampfe mit Nachdruck teilnahmen, die Frage doch noch„Ariſtokratie oder Demokratie“, ſo hatten fie ſich jetzt präziſiert; fie hieß„Prinzipalität oder Demokratie“.)
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8) Markgraf Albrecht erfaßte dieſe Anderung ſehr richtig, wenn ran einen Edlen ſchreibt:„Bedenkt aber, daß das was jetzt an uns iſt,
hiernach an Euch 12“ 2 elangen und erfolgen möchte“. Vgl. Städte⸗Chron. H., E. rl, Anm. e)