462 Der Städtekrieg.
Die großen Ritterbünde hielten ſich im 15. Jahrhundert völlig neutral; die Edlen ſagten als Mannen oder als Freunde der Fürſten ab.
Aber nicht etwa der Bund der ſchwäbiſchen und fränkiſchen Städte hatte dieſen Gegenſatz geſchaffen, ſondern dieſer Bund war die Folge der im ganzen Reiche beſtehenden Gegnerſchaft.
Die Eidgenoſſen kämpften gegen die Herzöge von Oſterreich; Braunſchweigs Fürſten bedrohten die Städte von Goslar bis Magdeburg; der Unionskönig des Nordens, Pfalzgraf Chriſtoph hatte Lübeck zu überrumpeln verſucht, Münſter ſich ſeinem Biſchof unterworfen; das„goldene Mainz“ erflehte überall Hilfe gegen ſeinen Bedränger, dem Erzbiſchof, und das tapfere Soeſt, das ſich ſo wacker gegen Herzog Wilhelms Ze braken und den alten Erzbiſchof von Köln gewehrt hatte, mußte den Schutz des Herzogs von Cleve erbitten. Otto der Hinkende hatte Streit mit Hannover, Erzbiſchof Dietrich I. mit Köln. Raubritter hatten des Reiches freie Städte Rheinfelden und Weinsberg überfallen. Rheinfelden war öſterreichiſch, Weinsberg pfälziſch geworden. Graf Ulrich von Württemberg hatte Klagen gegen Eßlingen, Markgraf Jakob von Baden gegen Weil, Herzog Albrecht von Öfterreidh gegen Schaffhauſen, Ulm und Rottweil, der Erzbiſchof von Mainz gegen Hall. Selbſt im Nordoſten des Reiches ſtellten ſich trotz des Papſtes Dt hung die Städte wieder die Hochmeiſter; die Fürſten von Bow“ mern und Mecklenburg mußten ſich gegen die Städte ihrer Länder verbünden; der Schweriner und der Stargarder plünderten in Lübecks Gebiet.
Wie hart hatte in der Mark Friedrich Eiſenzahn die widerſpenſtigen Hanſaſtädte, Berlin und Cöln gepackt. Der gemeinſame Haß gegen den Fürſten hatte die beiden früher ſtets eiferſüchtigen Städte geeint; trotzig hatten fie Friedri die Tore geſchloſſen, feinen. Landrichter ins Gefängnis gewor fen, ſein Archiv zerſtreut und verbrannt. Die immer erneute