Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
464
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464 Der Städtekrieg.

Auf den König hielten ſie nichts, ſo verſichert der Chroniſt.

Im Norden und im Süden hatte alſo die das ganze Reich bewegende Frage ſich Antwort geſucht und gefunden; im Herzen des Reiches ſtand die gleiche Frage noch offen.

Markgraf Albrecht war vor allem der Träger der fürſt­lichen Idee; der natürliche Mittler des hier im Kampfe be­griffenen Fürſtentumes mit dem bereits ſiegreichen im Nor­den des Reiches. e

Es kann nicht geleugnet werden, daß gerade die Perſon dieſes Führers, der ſich auch ſonſt nichtfür unklare Ideen in Unkoſten zu ſtürzen pflegte,?) die prinzipielle Bedeutung des Krieges ſehr verwiſcht hat. Es iſt wohl glaublich, daß dieſer Burggraf von Nürnberg, wie einſt ſeine Vorfahren, gern auch wieder Beſitzer der Nürnberger Burg geworden wäre.

Wie ſpäter noch manches Mal, hat Albrecht es auch da­mals verſtanden, eine das ganze Reich bewegende Frage, die zur Löſung drängte, aufzugreifen, und ſich als weithin ſicht­baren Führer an die Spitze einer der gegenüberſtehenden Par­teien zu ſtellen. Dieſe Führerſchaft hat er dann dieſes wie jedesmal zum eigenen Vorteile auszubeuten verſtanden.

So viel Lift und Muts iſt bey ihm, daß aller deutſchen Fürſten Macht und Reichtum an ihm hanget, fo ſoll ein Nürn­berger Ratsherr auf die Frage geantwortet haben, warum die Stadt ſo gewaltige Vorbereitungen für den Krieg mit einem Fürſten träfe, derweder an Macht noch an Reichtum der für­nehmſte were.

1) Klingenberger Chronik, S. 328.

2) Riedel, Zweck des Krieges 14491450. Monatshefte der Berliner Akademie, 1867, S. 116, und Riedel, Der Krieg des Mat grafen Albrecht Achilles mit der Stadt Nürnberg, Zeitſchrift für preuß­Geſch. u. Landeskunde, IV, S. 528.

) Angelus Annales Marchiae Brandenburgicae, S. 219.