Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
467
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Der Städtekrieg. 467

der wüſte Zänker es verſtanden, das Städtchen wirtſchaftlich völlig zu Grunde zu richten.

Nicht nur Parade, auch Hieb war dieſer Krieg für alle Städte.

Denn die Schwächung der benachbarten Fürſten war jeder Stadt wünſchenswert; ſie brachte ihr Zollerleichterungen, billigeres Geleit, Erweiterung des Stadtgebietes und nahm recht oft den gefährlichſten Raubrittern in der Umgegend den heimlichen Schützer. Ein vollſtändiger Sieg hätte ihre Vor­machtſtellung im Reiche begründet, eine Minderung der un­zähligen Zollſtätten, der Zwangs⸗, Bann⸗, Geleit⸗, Stapel­und Umſchlagsrechte großer und kleiner Herren bewirkt, die Reichsſtraßen geſichert und einen ungeheuren Aufſchwung des deutſchen Handels herbeigeführt.

Nicht ſo natürlich, wie der Gegenſatz zwiſchen Fürſten und Städten, war der zwiſchen den Bürgern und dem Adel. Die Reichsſtädte wie die reichsfreie Ritterſchaft waren beide ihrem Weſen nach republikaniſch.

Ihre Freiheit, ihr Selbſtbeſtimmungsrecht war gleicher­maßen gefährdet, durch den fürſtlichen Anſpruch auf Schlie­zung der Territorien.

Wie ſich die Städte um Nürnberg, ſo hätte ſich natür­licherweiſe die reichsfreie Ritterſchaft um Konrad von Heideck zur gemeinſamen Verteidigung der Rechte ihres Standes ſcharen müſſen.

Die Fürſten konnten mit dem von Albrecht zum Bruche gewählten Grunde ſehr wohl einverſtanden ſein. Die burg­rechtlichen Verbindungen der Städte mit edlen Herren der Um­gegend waren ihre gefährlichſten Waffen gegen einen benach­barten Fürſten, mehrten ihren offenen Einfluß, ihre mittel­bare Macht in ſeinem Gebiete.

Die Einung des Adels mit den Städten hatte in Oſter­reich und Bayern zu der Schaffung vonLandſchaften

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