Der Städtekrieg. 478
den Städten Anſchluß ſuchen und ſich ihrer Gutsherrlichkeit entziehen würden.
Mancher Edle hatte wohl auch in dieſem Kriege einen kleinen Sonderſtreit zum Austrag zu bringen, ſeine Rache für einen Stadtausweis oder eine zerſtörte Raubburg zu nehmen. Dazu kamen die vielen, die ohne ernſthaften Grund lediglich die friſchfrohe Hatz auf den reichgewordenen Krämer mitmachen wollten und die anderen, die entweder Mannen der Fürſten waren oder die, wenngleich reichsfrei, doch, wie es ihre Eltern und Voreltern getan hatten, ſtets treu in allen Kriegen zu einem Fürſtenhauſe ſtanden.;
Auch hatte gerade Nürnberg den ſüddeutſchen Adel in den letzten Jahren gereizt. Je mehr die politiſche und militäriſche Bedeutung des Adels im XV. Jahrhundert geſunken war, um ſo zäher hielt er auf ſeine ſoziale Stellung; ſelbſt für den Edlen war damals ſchon die Aufnahme in eine Turniergeſellſchaft ein Vorzug.“)
In Franken und Schwaben hatten die Edlen bereits gegen Nürnberg den Vorwurf erhoben, die Stadt gedenke den Adel auszurotten und alle Menſchen gleich zu machen, da wurde wie eine höhniſche Antwort auf ſolche Klagen bekannt, daß Nürnberger Patrizier nach einer Hochzeit ſelbſtändig ein Turnier veranſtaltet hätten.
Sicherlich hatten die Nürnberger Patrizier die Zeit ſchlecht gewählt, um zu erweiſen, daß ſie nicht nur wie der Landadel Wappenrecht, ſondern auch volle Rittermäßigkeit beſäßen. Das vielgenannte Geſellenſtechen von Nürnberg hat manchem Ritter die Parteinahme in dieſem Kriege erleichtert.“ ——
) Bol. Einleitung.
use Vgl. Städte⸗Chron., X, S. 392394. Das Nürnberger Ge
{Huber er 1448. Bereits der Nürnberger Chroniſt Lazarus Holz
„darunb if ieſes Geſellenſtechen als eine Urſache des Krieges an,
16. Jahrh. et, veytle Hoffarth auch nit gut, Gott ſtraft fie.“ Im rt beginnt die Sage,„der welſche Turnier“ habe die