474 Der Städtekrieg.
Die Summe der meiſt recht kleinlichen Gründe, die die einzelnen Edlen zur Abneigung gegen die Städte hatten, bildete die Stimmung, beſtimmte das Handeln des geſamten Adels und ermöglichte Albrechts gewaltigen Erfolg. Die ſüddeutſchen Edlen fochten für ihn„mit hohem Fleiße, nit anders dann wer es ihres Jeden aigene ſache“.
Die Herren, die ſonſt ſtets zu gegenſeitiger Fehde bereit waren, traten im Felde wie auf den Tagen geſchloſſen auf und gaben durch ſolche ſeltene Eintracht dem Begehren vor allem des Mannes, deſſen Perſönlichkeit dieſes Außergewöhnliche gewirkt hatte, einen beſonderen Nachdruck.}
Erſchien auch nur ein Teil der Abſagenden vor Nürnberg, ſo konnte doch nirgends im Reiche ein Kaufmann der Stadt ſicher handeln und reiſen, kein Bote den verbündeten Städten ohne Gefahr eine Nachricht oder einen Auftrag überbringen.
Die gegenſeitige Erbitterung machte ſich bald in beißenden Spottliedern Luft..
„Der Teufel hat den Städten Hoffart gegeben, daß ſie dem Adel widerſtreben, und den gänzlich wollen vertreiben, nun ſind ſie doch nur Bauern, die mit Ehren ſtänden hinter der Tür, wo die Fürſten gehen herfür, die Land und Leute beſchauren,“ ſang ein Edler.“|
Nicht weniger deutlich drückt der Nürnberger Roſenblüt ſeine Überzeugung aus. Die zweiundzwanzig feiner Vater ſtadt feindlichen Fürſten vergleicht er mit Wölfen,) die um Nürnberg wie um einen Schafpferch gierig herumlaufen.
Fürſten ſo hart verdroſſen, daß ſie ſich von da an gegen die Städte. bunden hätten. Noch Riedel, Zweck des Krieges uſw., S. 109 u. 112, ſieht in dieſem Turniere eine hauptſächliche Urſache des Krieges.
) Ludwig v. Eyb, Denkwürd., S. 128.;
) Liliencron, Hiſtor. Volkslieder, Nr. 90, Vers 1—3. 5) Liliencron, a. a. O., Nr. 93, Vers 41—42. Der Rat der Stadt Weil ſpricht von den Fürſten in einem Schreiben vom 8. Seh, tember 1448 an Eßlingen als von„Tyrannen, grimmen Herren un Wüterichen. Vgl. Stälin, a. a. O., III, S. 473, Anm. 2.