Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
476
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476 Der Städtekrieg.

Frankfurt gab:Es ſei Not, daß die Städte beieinanderſtehen und ſich helfen, und es werde eine Zeit kommen, wo es noch mehr Not ſein würde gegen Fürſten und Adel, der den Bür­gern der Städte feind ſei und voll Hochmuts es ſei unleid­lich und müſſe hinweg.

Dieſe Erklärung iſt ein ſicherer Beweis dafür, daß eine große Partei in den Städten den Krieg für ebenſo unvermeidlich hielt, wie die Fürſten, und daß ſie von dieſem Kriege eine bedeutende Schwächung ihrer Gegner erhoffte.

Ein gewaltiges Bündnis aller Reichsſtädte, das ſeit Jah­ren geplant war,) hätte dann für alle Zeiten ihre Vormacht ſtellung im Reiche begründet.

Sie bedünkt, es ſei nit ihr gleich und nennen ſich das heilige Reich, ſo ſangen von ihnen ihre Gegner, die ihre Ab­ſichten wohl durchſchauten.)

1) Janſſen, Frkfurt. Reichskorreſp., II, S. 102.

2) Reichstagsakten XIII, S. 10 und S. 57 ff. Vgl. für die geplante Verbindung mit den rheiniſchen Städten Janſſen, a. a. O. II. S. 24, Nr. 49; S. 71, Nr. 98; S. 86, Nr. 124; für eine Verbindung mit den Eidgenoſſen vgl. Königshofen ed. Schilter, S. 1015, mit Regensburg vgl. Gemeiner, Regensburger Chron., III, S. 120; mi den Städten am Bodenſee vgl. Kanter, Hans von Rechberg, S. 78 mit der Hanſa vgl. Kern, Der Kampf der Fürſten gegen die Städte m den Jahren 1449 und 1450, Anm. 16(Raumers, Hiſtor. Taſchenbuch IV, S. 127); mit Erfurt und Eger vgl. Städte⸗Chron. II. S. 57; 1. Straßburg vgl. Eichmann, Der Städtekrieg 14491450, beſ. die Fehde Herzog Albrechts von Oſterreich, Beil. 15. Schon 1429 war der Plan eines Bündniſſes zwiſchen den ſchwäbiſchen, fränkiſchen, rheiniſchen, Hi ſiſchen, eidgenöſſiſchen und Bodenſeeſtädten eifrig erörtert worden. V. Datt. Volumen. Rer. Germ. Novum ed. 1698, Lib. V, S. 78.

3) Liliencron, a. a. O., Nr. 90, Vers 3. Die Städte nannte ſich allein das heilige Reich, als ob es keine Fürſten, Adel und Geiftlihe mehr im Reiche gäbe. Es handelt ſich bei dieſer Angabe um keine 5. willige Erfindung eines Gegners, wie aus dem Briefe der Straßbuthet Boten vom Nürnberger Reichstage hervorgeht. Königshofens Chro ed. Schilter, 986987. Vgl. Müllers Reichstagstheatrum, S. 5