478 Der Städtekrieg.
Albrecht als ein Unrecht anerkannt, ſo hätten die Markgrafen bald Nürnberg jede burgrechtliche Verbindung außerhalb der Stadt unmöglich gemacht. Die Ratsherren waren überzeugt, daß Albrecht den Streit mit Heideck nur begonnen hatte, um für alle Zeiten die gefürchtete Verbindung des reichsfreien Adels mit den Reichsſtädten zu verhindern.“)
„Je länger, je mehr“ befeſtigte ſich vor allem im Rate Nürnbergs die Anſicht, daß der Markgraf nur zu dem Zwecke den Streit vom Zaune gebrochen habe, um„eine Stadt nach der andern unbilligerweiſe vorzunehmen, ſie von ihren Freiheiten zu drängen, ſie zu beſchweren und ihr Gut und Geld abzunötigen“.
So hatte denn der Rat von Nürnberg ſchon ein ganzes Jahr vor Beginn des Kampfes bis in das Kleinſte alle Anordnungen für den Krieg getroffen;“) doch unterließ er die Anwerbung von Söldnern. Trotzdem der Glaube fehlte, hoffte man in Nürnberg doch noch, der Markgraf würde ſchließlich nachgeben. Erſt zu ſpät ſah man ein, daß Albrecht die gütlichen Tage in der„hinterliſtigen Abſicht“ hatte anſetzen laſſen, den Beginn des Krieges ſolange hinauszuziehen, bis ihm der Stand der Ernte eine leichte Fouragierung ſeiner Truppen
1) Der Bürgermeiſter Erhard Schürſtab ſagt(Städte⸗Chron. II. S. 124), Albrecht habe gegen Heideck„Sprüche“ erfunden, die„nichts wert waren, aus Zorn, daß der Adel ſich zu den Städten machte“. Wäre es Albrecht gelungen,„daß er den Herrn von Heideck alſo mit Gewalt von der Stadt gedrungen hätte, ſo wäre nicht minder geweſen, er hätte die Anderen des Adels, die bei der Stadt waren, auch von ihr drängen und hätte mit einem nach dem andern angefangen“.
) Aus einem Briefe des Rats von Nürnberg an den Rat von Erfurt, Briefbücher XX., S. 64. Vgl. v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw., S. 372.
) Städte⸗Chron. II, S. 243.„Von einer Warnung, geſchehen vor dem Kriege“.
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