480 Der Städtekrieg.
Jeder Waffenfähige wurde zum Dienſte herangezogen, eine Maßregel, die bei der Popularität dieſes nach Anſicht ihrer Bürger der Stadt aufgezwungenen Krieges keinerlei Schwierigkeit machte. Ungefähr 600 Reiſige) und 4000 mit Armbrüſten, Büchſen und Spießen bewaffnete Fußſoldaten') konnte Nürnberg außerhalb der Stadt verwenden.
Zur Leitung des geſamten Kriegsweſens und zur Beſtellung von Kundſchaftern wurde ein Ausſchuß eingeſetzt, zu dem der Rat vier Mitglieder, die Zünfte eines abordneten.“)
Heinrich d. J. von Plauen, den die Stadt mit 24 Reitern kurz vor Ausbruch des Krieges angeworben hatte, führte die Reiſigen,“) ihm zur Seite ſtellte der Rat zuerſt Georg Haller, ſpäter Jobſt Tetzel.
Ein Diener Heinrichs von Plauen, ein Herr von Kott
Chron. II, S. 317823; Hegel, Über Nürnbergs Bevölkerungszahl und Handwerkerverhältniſſe, Städte⸗Chron. II. Beilage IV, hält dieſe Zählung für durchaus richtig, während Kern wohl nicht ganz mit Unrecht bei den außerordentlich vielen Widerſprüchen der Texte und den Une genauigkeiten der Zuſammenzählung die Einwohnerzahl als zu niedrig angegeben erachtet. In der Tat ſind ſolche Liſten in dieſer Zeit nie mals genau.(gl. die Liſte der der Stadt Nürnberg 1449 AbſagenderStädte⸗Chron. II, S. 421). Die von Kern angenommene Einwohnerzahl von etwa 40 000 Seelen dürfte zu hoch ſein. Vgl. Städte⸗Chron. II. S. 27. Auch Sander, Die reichsſtädtiſche Haushaltung Nürnberg S. 902910, kommt nach außerordentlich ſorgfältigen Berechnungen auf wenig über 20 000 Einwohner.
1) Bei dem Sturme auf Windsbach. Am 20. September 1440. Städte⸗Chron. II, S. 168. Da die Bürger nur 500 Reiſige hatten (a. a. O., S. 249) waren mindeſtens 100 Geworbene dabei.'
2) Bei Pillenreut.
) Sanders, a. a. O., S. 186—188.
4) Vel. Böh me, Heinrich d. J. Reuß v. Plauen als Feldhaub mann der Nürnberger. Feſtſchrift zur Feier des 25jährigen Reb rungsjubiläums Heinrichs XIV. vom vogtländiſchen altertumsforſcheden Verein zu Hohenleuben, S. 46 ff.