Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
482
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482 Der Städtekrieg.

Schirmbüchſen, vier Wagen mit kleinen Büchſen,) vier mit Steinen, zwei mit Pulver, Feuerpfeilen und Feuerkugeln, zwei mit Stricken und Ketten zur Befeſtigung der Wägen, zwei mit Bänken und einen Wagen mit großen Schutzſchildern.)

Jede größere Büchſe in der Stadt wie in der Wagenburg hatte ihr eigenes Zeichen, mit dem auch die Munition der Büchſe gezeichnet war; für den tadelloſen Zuſtand des geſamten Geſchützweſens hafteten die zahlreichen Büchſenmeiſter, denen ſämtliche Rotſchmiede der Stadt beigegeben waren.)

Monatlich wurden Pferde, Wagen, Büchſen, Armbrüſte in der Stadt gemuſtert, Untaugliches ohne Nachſicht zurück gewieſen.

Beſonders hoch beſoldete Trabanten bewachten Tag und Nacht in ſteter Abwechſelung die Tore der Stadt; kleine Ab­teilungen zogen außerhalb der Stadt umher, um die Gräben zu beobachten.

Der Ratsausſchuß gab täglich zur beſtimmten Stunde für die ganze Stadt die Loſung aus, Mitglieder des Rates überwachten nachts den geſamten Sicherheitsdienſt.

Bei jedem Auszuge wurde durch ſtets gewechſelte Feld­binden und durch vorn und hinten zu tragende Zeichen dafür geſorgt, daß die Nürnberger Truppen auch bei einem unver mutetem Überfalle ſich gegenſeitig erkannten und ſich von den Markgräflichen unterſchieden.

Das Herannahen feindlicher Truppen wurde durch einen Zeichentelegraphen übermittelt, deſſen Stationen auf

1) über das Geſchützweſen dieſer Zeit vgl. Genaueres bei Wür­dinger, Kriegsgeſchichte Bayerns uſw., II, S. 345355. Über Schutz un Trutzwaffen dieſer Zeit vgl. Beck, Geſch. des Eiſens, Bd. I, S. 844 und Mone, Zeitſchr. f. d. Geſch. d. Oberrheins, VI, S. 129

2) Bol. über die Kriegsgliederung der Nürnberger Truppen dieſer Zeit die Tafel bei Sanders, Die reichsſtädtiſche Haushaltung KU bergs, S. 184, über den Proviant, den die Wagenburg mit ſich fühek, Würdingers Kriegsgeſchichte Bayerns uſw., I, S. 303.

) Städte⸗Chron. II, S. 285, Anm. 1.

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