Der Städtekrieg. 483
entfernten Kirchtürmen errichtet waren; auch weit vorgeſchobene Poſten überbrachten häufig Meldungen.
Die Markgräflichen behalfen ſich mit auf Bergen angezündeten Feuerzeichen; doch hatten ſie in der Stadt viele heimliche Freunde, die in Krügen und ausgehöhlten Broten Pulver, in Miſtwagen und Tragkörben Waffenſtücke aus der Stadt ſchafften, bis der Rat dieſem Unweſen durch Anordnung einer ſtrengen Durchſuchung aller aus der Stadt geführten Waren ein Ende machte.
Jede kühne Tat eines Bürgers oder Söldners wurde durch eine beſondere Ehrung des Rates gewürdigt; die dieſen Ehrungen folgenden Belohnungen in klingender Münze machten ſie beſonders wirkſam; bei dem Sturm auf feſte. Plätze waren ſogar für die Erſten, die die Mauerkrone erklommen hatten, feſte Geldprämien ausgeſetzt.
Für jeden Gefangenen, den ein Bürger oder ein Söldner einbrachte, erhielt er einen„Fahgulden“ und ſpäter Anteil an der Schatzung des Gefangenen. Eine Einrichtung, die dem Rate, da die Söldner meiſt ſtürmiſch Vorſchuß auf dieſe Schatzung verlangten, viel Geld koſtete.
In weitem Bogen um die Stadt hatte der Rat große Waldverhaue anlegen laſſen, die nur die nach Nürnberg führenden Straßen freiließen.
Dieſe Verhaue erwieſen ſich aber im Verlaufe des Krieges als außerordentlich hinderlich.
Nach erfolgreichen Beutezügen wurden den Nürnberder Truppen häufig von markgräflichen Reitern der Rückweg auf der Straße abgeſchnitten und die Beute wieder abgenommen; während die markgräflichen Truppen vor einem Einfalle
eise Stelle den Verhau zerſtörten und die Nürnberger i
gen ſie dann vergebens auf der Straße erwarten konnten.
a Eine andere Vorſorge des Rates kam der Stadt mehr gute. Ein Jahr vor Beginn des Krieges hatte der Rat an
31*