Der Städtekrieg. 485
tätdes Krieges, der gute Haushalt und die günſtige Lage der Stadt. Die Forderung, die nach Ciceros Meinung faſt die Vorausſetzung für den Erfolg eines Gemeinweſens iſt, war in
Nürnberg durchaus erfüllt. Die res publica war die res
populi geworden. Es war kein Krieg der„großen Hanſen“— auch der gemeine Mann in der Stadt erkannte, daß es ſich bei dieſem
Kampfe um Ehre, Recht und Freiheit des Gemeinweſens han
delte. vom Beginne des Streites an hatte der Rat die Gemeinde über alle Verhandlungen mit dem Markgrafen durch
öffentliche Anſchläge in Kenntnis geſetzt.“)
Auch der Niedrigſte mochte nicht ſeine Heimatſtadt„ver
gewaltigen und verunrechten“ laſſen.
Der Rat knauſerte nicht, um dieſe Stimmung in der Stadt zu erhalten. Die ausgezeichnete Finanzlage Nürnbergs bei Beginn des Krieges, der große Kredit, den die Stadt vor allem bei ihren Bürgern genoß, machten dem Rat eine übertriebene Sparſamkeit nicht zur Pflicht.
Die wohlhabenderen Bürger wurden verpflichtet, 500 Reiſige auf eigene Koſten zu ſtellen, auszurüſten und zu unterhalten. Säumige wurden unnachſichtlich zu Geld- und ſelbſt
zu Gefängnisſtrafen verurteilt.
; Die Stadt war in acht Gaſſenhauptmannſchaften geteilt; le nach Bedürfnis wurden die Bürger aufgerufen, und unter eigenen Hauptleuten mit der Söldnertruppe ausgeſandt. Jeder hatte ſich ſelbſt nach Vorſchrift auszurüſten; nur die Armſten erhielten die Waffen aus dem ſtädtiſchen Zeughauſe.“) —
) Städte⸗Chron. II, S. 133-135. In dem öffentlichen Anſchlage am 20. Juni 1449 jagt der Rat ausdrücklich:„Nachdem wir Euch vorMais Gelegenheit wie ſich die bis auf dieſelbe Zeit zwiſchen den hochgeb. Fürſten und Herrn Albrechten Markgrafen uſw. und dem edlen Herrn, . Conrad von Heideck und uns an dem andern Teil begeben ver
ſen und ergangen haben alſo daß Euch nicht not tut von neuem
vorzuhalten.“ 1 1 5 1115) Ke rn, Der Kampf der Fürſten gegen die Städte in den Jahren und 1450. Raumer, Hiſtor. Taſchenbuch 1866, IV., S. 116.