Der Städtekrieg. 487
Die Gegner konnten niemals wagen, ihre geſamte Macht an einem Punkte zu ſammeln; ſtets mußten Beſatzungen zum Schutze der feſten Plätze zurückgelaſſen werden, die meiſt doch wieder zu ſchwach waren, eine Plünderung des offenen Landes in ihrer Umgebung zu hindern.
Die letzte Hoffnung aber, die den Rat Nürnbergs faſt mehr noch als das Bewußtſein aller dieſer Vorzüge in dem Widerſtande gegen die Forderungen Albrechts beſtärkt hatte,) trog völlig.
Als die Städte dem Biſchof von Würzburg im Januar ſo„willig und förderlich“ gegen Herzog Wilhelm geholfen hätten, da hatte er feierlich verſprochen, daß er hinfort„Leib und Gut nach allem ſeinem Vermögen von den Städten nicht ſetzen wolle“;) auch auf dem Bamberger Tage hatte er es an Zuſicherungen nicht fehlen laſſen. Während des Krieges aber ſchwand ihm die Erinnerung an ſeine Verſprechungen faſt völlig.
Auch die Erfahrung, die Nürnberg mit der Hilfsbereitſchaft feiner Bundesſtädte machte, war nicht viel beſſer. Wohl ſagten an einem Tage dreißig Städte dem Markgrafen ab, da er trotz der Rechtsgebote Nürnbergs und der Verbotsbriefe des Königs die Stadt angegriffen hätte.)
Auch fehlte es den Boten der Städte niemals an großen Worten, daß man ſich gemeinſam mit allem Ernſte gegen die Fürſten wehren müßte, die die Städte„vertreiben und eigen machen wollten“.)
Hätten die ſchwäbiſchen Städte aber in der Tat die Hälfte gehalten, was ſie dem Rate vor Beginn des Krieges zugeſagt hatten, dann hätte der Markgraf in der Stadt einen .
) Städte⸗Chron. II, S. 128, Zeile 810.
) Kördlinger St⸗A., Städtebundakten 1449, Nr. 8.|
25 Bamberger Kr.⸗A., Hiſtoriſcher Katalog, Nr. 506, am 9. Juli 4) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 55.