492 Der Städtekrieg.
Nicht ein einziges Mal hat in dieſem Kriege einer der Gegner ſeine ganze Macht zu einem großen Schlage zuſammengerafft; nicht eine Schlacht wurde in dieſem Kriege geſchlagen, der zwölf Monate dauerte. Nur der Phantaſie Nürnberger Chroniſten verdankt ein größeres Gefecht dieſes Krieges den. Namen Schlacht. 5 b
Ein ödes Sengen und Wüſten in dem Gebiete des Gegners, ein großartig organiſierter Vieh⸗ und Menſchenraub,) das war das Weſen dieſes„großen Krieges“. In dem erſten Monate nach der Abſage wurden wohl einige ſchlecht verteidigte Schlöſſer nach der gleichen, mehr als 50 Jahre geübten Kunſt beſchoſſen, untergraben und genommen; dann begnügten ſich beide Gegner mit Sengen und Rauben, Ausfiſchen der Weiher, Abholzen der Wälder und Weinberge. Nur ſelten, daß ein gelungener Überfall auf einen ohne Ordnung heimkehrenden Zug oder auf eine ſchlecht bewachte Burg, das die Heldentat eines Einzelnen, dieſes öde Einerlei unterbrach. Kriegführen war in dieſer Zeit keine Kunſt, nur ein„roh gewaltſam Handwerk“.;
Vor der Abſage an Nürnberg hatte Albrecht in Uffenheim den Zuzug ſeiner Freunde erwartet,) und das nahe Rothenburg durch Unterſtützung Eberhards von Auerbach, des alten Feindes der Stadt, beſchädigt.“)
berger
Hiſtor.
) Nach Erhard Schürſtabs Kriegsbericht haben die Nür in dieſem Kriege über 28 000 Kühe erbeutet. Vgl. Liliencron, 7 Volkslieder I. Nr. 93, Vers 428. Eine Schätzung, die nicht übertrie Wr
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erſcheint, wenn man bedenkt, daß die Nürnberger allein 3000 ‚or 1
an einem Tage in die Stadt getrieben haben. Vgl. Nürnberger Briefbücher XX, S. 379.
) Münchener Hofbibliothek, Rothenburger Chron., S. wenig genauer Druck dieſes Teiles der Chronik. Benſen, Jahresbericht d. hiſtor. Vereins Mittelfrankens, Beil. V.
) Mürchener Hofbibliothek, Rothenburger Chron., S. 101-10
99. Ein