Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
494
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494 Der Städtekrieg.

In den Vororten des Bundes trafen Klagen über furcht­bare Verwüſtungen ein; unbeſchreiblich war die Angſt der kleinen Städte, von denen jede meinte, der erſte Schlag der Gegner würde ihr gelten; alle Städte bedauerten, ſich nicht beſſer gerüſtet zu haben, damit die Feindeihre Gewalt nit alſo getreiben möchten.)

In der erſten Nacht nach der Abſage war den Nürnbergern ein Handſtreich auf Schloß Malmsbach geglückt.?) das Franz Rummel, einem unter Albrechts Schutz ſtehendem früheren Bürger der Stadt gehörte.) 5

Seit dieſer Nacht warteten die Nürnberger auf Hilfe von außen. Jörg Urſenbeck wurde an alle Freunde der Stadt geſandt, ſie zu ſchleunigem Beiſtande zu mahnen.) Statt der erwarteten Reiſigen traf ein neuer Gebotsbrief des Königs in der Stadt ein, der den Markgrafen unter Androhung der könig­lichen Ungnade aufforderte, Nürnberg in keiner Weiſe zu be­

ſchädigen.)

Der Rat ſandte den Brief in Albrechts Lager.Er merke wohl, antwortete Albrecht dem Boten des Königs, welche Mühe ſich die Stadt⸗gäbe, ihm an dem König einen ungnädigen Herrn zu machen.

Der König möchte ſich erinnern, daß vor nicht allzu langer Zeit der Stadt Botſchaft ſich geweigert habe, vor ſeinem

1) Witte, Reg. III, 69586962, 69666972.

2) Städte⸗Chr. II, S. 148. Unter Erhard Schürſtabs Führung.

3) Vgl. Städte⸗Chr. II. S. 479481.

) Bol. Städte⸗Chr. II, S. 373. Über den Streit Rummels mit Nürnberg, vor allem mit der Familie Holzſchuher befindet ſich im Germ. Muſeum, Holzſchuher Archiv ſub. dat. 7. Jan. 1454 eine auf führliche Darſtellung. Markgraf Albrecht fordert in der betr. Urkunde beide Parteien auf, die vorläufige Zuſtändigkeit ſeines Landgerichtes in ihrem Streite anzuerkennen. a

9 Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 174. 35