Der Städtekrieg. 499
entſcheiden, ob der Biſchof nicht die Verpflichtung hätte, neutral zu bleiben.“)
Im großen Rate des Stiftes wurde am 9. Juli beſchloſſen, daß der Biſchof lediglich den Verpflichtungen des Bundesvertrages mit den Städten nachkommen und mit ganzer Macht gegen Albrecht erſt ziehen ſollte, wenn das Stift angegriffen würde.“);;
Dieſer Beſchluß war auch durch die Rückſicht auf einen großen Teil der Stiftsritterſchaft beeinflußt, der, unbekümmert um die Haltung des Biſchofs, den Städten bereits abgeſagt hatte. Der Biſchof machte nicht einmal ernſtliche Anſtalten, dieſe widerſpenſtigen Edlen zu züchtigen, zumal ihre Schlöſſer meiſt ihm gehorſamen Rittern mitgehörten.
Selbſt der Zug gegen das markgräfliche Schloß Steinach, den der Biſchof den Städteboten in Bamberg feſt verſprochen hatte, unterblieb, da ein Rittertag in Haßfurt ſich auf das Entſchiedenſte gegen dieſen Zug ausſprach.“)
Noch ſchlimmere Erfahrungen machten die Städte mit ihrem zweiten fürſtlichen Bündner, dem Herzoge Albrecht von München, der kaum fünf Monate vor dem Beginne des Krieges das Bündnis von neuem beſchworen hatte.“)
Zur Stütze gegen Herzog Heinrichs von Landshut Gewaltpolitik hatte dieſer charakterſchwache Fürſt einſt das Bündnis mit den Reichsſtädten geſucht; jetzt zeigte er auch nicht einmal den guten Willen, ſeinen Verpflichtungen nachzukommen, er hielt ſich völlig neutral.)
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) Weimaer Geſamtarchiv, Burkhardts Urkundenbuch, Nr. 64.
) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch, Nr. 440, S. 495. Zu Hauptleuten des Stiftes wurde Graf Georg von Henneberg, Georg Fuchs und Hans von Lichtenſtein ernannt.
) Würzburger Kr.⸗A., Standbuch, Nr. 440, S. 498499.
) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, No. 53.
Auch Pfalzgraf Ludwig ſcheint den Städten Hoffnung auf Lal gemacht zu haben. Vgl. Städte⸗Chr., II. S. 126. In den erſten agen des Krieges hatte der Pfalzgraf Nürnberg ſeine Vermittlung
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