500 Der Städtekrieg.
Natürlich hätte der Herzog gern eine friedliche Beilegung des Streites geſehen: Als ſein alter Gegner Herzog Heinrich zum 13. Juli den Parteien einen gütlichen Tag nach Ingolſtadt ſetzte, verſprach auch er trotz ſeines Grolles gegen den Vermittler, perſönlich gerade in die Stadt zu kommen, deren Beſitz er dem glücklichen Nebenbuhler am wenigſten gönnte.
Schon wenige Tage nach Beginn des Krieges hatte Herzog Heinrich beide Parteien zu dieſem gütlichen Tage nach Ingolſtadt eingeladen; dem guten Rechner war der Krieg ſeines Neffen Albrecht und ſeiner anderen fürſtlichen Nachbarn mit ſeinen beſten Kunden, den Reichsſtädten, ſicherlich unbequem.
Nürnberg ſagte erſt, nachdem die verbündeten Städte ihr den Beſuch dringend angeraten hatten, ſeine Vertretung auf dem Tage zu.“)
Herzog Heinrich und der Biſchof von Augsburg empfingen die Parteien perſönlich, Regensburg hatte Boten geſandt, Herzog Albrecht von München ließ ſich durch Räte vertreten; der Städtebund hatte eine ſtattliche Ratsbotſchaft zur Unterſtützung der Nürnberger Ratsherren Konrad Paumgartner und Anton Talner abgeordnet.“
angeboten, die der Rat dankend ablehnte. Nürnberger Kr.⸗A., Brief“ bücher XX. S. 92—93. Den Städteboten in Nördlingen wurde Mitte Juli ein Bündnis mit zwei Fürſten angetragen, die aber während des derzeitigen Krieges neutral bleiben wollten. Es iſt anzunehmen, da einer der ungenannten Fürſten Pfalzgraf Ludwig war. Nach dem Rate Nürnbergs zogen die Städte die Verhandlungen bis nach Beendigung des Krieges in die Länge, vgl. Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 53.
1) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 179.
) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 178.
) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 178.
% v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw., Städte⸗Chron. II, S. 974. Nur dürfen die als Vermittler geſandten Ratsherren Regensburgs nicht zuſammen mit den Ratsherren der anderen Städte, die Partei waren, aufgeführt werden. 1 5