Der Städtekrieg. 501
Hans von Frauenberg begrüßte im Namen Herzog Heinrichs die Räte der Vermittler und der Parteien und ſetzte die Abſichten ſeines Herren auseinander; er erklärte, daß der Herzog die Parteien anfangs getrennt zu vernehmen wünſchte.
Die Nürnberger Ratsherren ſchilderten dem Herzoge den Verlauf der bisherigen Verhandlungen und den Schaden, den ſie trotz des königlichen Friedensgebotes durch Albrecht erlitten hätten.
Konrad von Eglofſtein, ein Rat Herzog Albrechts von München, hatte inzwiſchen mit den markgräflichen Räten verhandelt, die ganz offen erklärten, der Streit würde am ſchnellſten beigelegt werden können, wenn Nürnberg Albrecht Geld geben würde.“) Durch Vermittlung der Regensburgiſchen Ratsherren wurde dieſer Vorſchlag den Städteboten unterbreitet.
Am folgenden Morgen antworteten die Nürnberger, der Rat hätte früher oft und gern den Markgrafen Geld geliehen, zu dieſer Zeit aber würde für die Stadt eine Geldzahlung das Eingeſtändnis ihres Unrechts bedeuten.?) Sie weigerten ſich, ſelbſt die angeblichen Rechte des Markgrafen auf den Goſtenhof, den Kloſterſchutz, den Wildbann oder die Zugehörigkeit zu ſeinem Landgericht abzukaufen. Als Herzog Heinrich ſie aufforderte, mit neuen Inſtruktionen am 30. Juli wieder zu erſcheinen, erklärten die Boten Nürnbergs, ſie hätten den Auf
trag, weitere gütliche Verhandlungen abzulehnen.
Die anderen Städteboten verſprachen, den Tag zu beſuchen und dahin wirken zu wollen, daß der Rat Nürnbergs dieſen Tag zu- oder abſchreiben ſollte.“
In der Tat ſagte am 20. Juli der Rat den Beſuch des Tages zu.) —— ) v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw., Städte⸗Chron. II, S. 375. ) Nürnberger Kr.⸗A., Relat. 484, S. 180—182. ) Nürnberger Kr.⸗A., Relat. 484, S. 182.