Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
505
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Der Städtekrieg. 505

Da aber vorläufig an einen beide Teile bindenden Waffen­ſtillſtand nicht zu denken wäre, bevor nicht auch Graf Ulrich von Württemberg und Eßlingen ſich geeinigt hätten, denen Albrecht und Nürnberg zur Hilfeleiſtung verpflichtet wären, ſo gedächten ſie einen neuen Tag nach Lauingen für alleHaupt­ſächer dieſes Krieges auszuſchreiben. Würde auf dieſem Tage eine der beiden Parteien erklären, daß ſie ſich dem Spruche der Vermittler nicht fügen wollte, ſo würden ſie ſich für verpflichtet halten, der anderen Partei zu helfen.)

Die Ratsbotſchaft ſagte auch dem Beſuch des neuen Tages zu.

Als die Ratsherren nach Nürnberg heimgekehrt waren, erfuhren ſie dort, daß während ihrer Abweſenheit ihren Mit­bürgern nach den verſchiedenen ergebnisloſen Raubzügen des letzten Monats endlich ein größerer Schlag geglückt war.

Unter Erhard Schürſtabs Führung hatten die Nürn­berger das markgräfliche Schloß Schönberg erobert.)

Der Hauptmann des Schloſſes Hittebeck war durch einen Kopfſchuß verwundet worden und hatte das Schloß am 29. Juli nachts übergeben.

Kaum hatte Albrecht von der Belagerung Schönbergs Kunde erhalten, als er ſchleunigſt zum Entſatze des Schlöß­chens aufbrach. Er konnte nur die abziehenden Nürnberger bis an den Stadtgraben verfolgen und die dort weidenden Kühe heraustreiben laſſen.)

Von Nürnberg zog Albrecht über Kornburg nach Katz­wang, von dort nach Altenberg an der Rednitz; feiner Nach­

) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX,. S. 129133.

) Städte⸗Chron. II, S. 153.

3) Frankfurter St.⸗A., Reichsſachen 4504, 4. Bericht der in Nürn­berg weilenden Frankfurter Boten erſcheint glaubwürdiger als der Bes

dicht Erhard Schürſtabs, Städte-Chron. II, S. 158. ) Würdinger, Kriegsgeſch. Bayerns uſw. I, S. 306.