Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
506
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506 Der Städtekrieg.

hut ſetzten die Nürnbergiſchen Reiſigen nach. Sie erſchoſſen 24 Mann und fingen Albrechts Kämmerer Wilhelm Hangenor, den Sohn des Augsburger Bürgermeiſters Stephan Hangenor.

Es war ein ſeltſamer Zufall, daß der erſte Gefangene von Bedeutung, der nach Nürnberg gebracht wurde, gerade der Sohn des Mannes war, den die Städteboten wenige Wochen vorher mit Walter Ehinger aus Ulm und Hieronymus Bop­finger aus Nördlingen zuſammen zum Hauptmann der ſtädti­ſchen Truppen erwählt hatten.)

Von Rothenburg aus hatten die drei Hauptleute dem markgräflichen Gebiete nicht unerheblichen Schaden zugefügt.

Erſt am 10. Auguſt zogen ſie mit 400 Reiſigen nach Nürnberg, das zurEhre und Wehre immer und immer wieder die Hilfe der verbündeten Städte verlangt hatte. Aber auch dieſer ſo ſehnſüchtig erwartete Zuzug beſtimmte die Nürn­berger nicht, eine Schlacht zu wagen.

Auf die Kunde von dem ergebnisloſen Verlaufe des

Ingolſtädter Tages waren der Biſchof von Bamberg und der Landgraf von Heſſen am 2. Auguſt heimgezogen.') Am gleichen Tage begann Albrecht die Belagerung des Schloſſes Lichtenau.)

Freilich verdienten ſich hier die Hauptleute den Dank des Nürnberger Rates durch tapfere Gegenwehr alskecke, ſtrenge Biederleute. Aber in ſechs Tagen waren die Mauern des Schloſſes zerſchoſſen und die Hauptleute mußten um einen

) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 111112. Vgl. Städte­Chrom. II. S. 158. Schirmer, Chronik von Windsheim, S. 96.

2) Frankfurter St.⸗A., Reichsſachen 4504/4. Doch berichtet 5 Frankfurter Bote auch den Abzug Herzog Wilhelms von Sachſen, 5 aber nach dem Briefe des Nürnberger Rates an Muffel noch an der Belagerung Lichtenaus teilnahm. Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher*! S. 129133. Herzog Wilhelm zog erſt am 28. Auguſt heim. Vgl. Städte Chron. II, S. 161.

) Städte⸗Chron. II. S. 155.

Stund grafen hiſtor. ſtorben geschick