510 Der Städtekrieg.
behalt dieſen Waffenſtillſtand beftätigte,*) ſchien in Franken wenigſtens wieder Ruhe einkehren zu wollen.
Die markgräflichen Räte waren mit dem Gebotsbriefe der Kommiſſare von Lauingen fortgeritten; ſie wußten, daß ihr Herr mit dieſem Waffenſtillſtande wohl zufrieden ſein würde, der ihm den vorläufigen und damit wohl auch den endgültigen Beſitz des im Kriege Gewonnenen ſicherte. Des Königs Hof war weit und Gerechtigkeit dort eine ſeltene und teuere Ware.
Auch wurde es für Albrecht immer ſchwieriger, die angeworbenen Knechte, die dringend ihre Ablöſung verlangten,) auf ſeinen Schlöſſern zurückzuhalten.
So ſchrieb Albrecht dem Herzoge Heinrich die Annahme des Waffenſtillſtandes zu;„obwohl dieſe Nachgiebigkeit,“ wie er erklärte,„ihm ſchwer geworden ſei nach der groben und ſchweren Verhandlung, die ihm und den Seinen geſchehen wäre.“ Sollten aber die Nürnberger auch nach dem Beginne des Waffenſtillſtandes mit ihren Angriffen fortfahren, dann. wollte er„mit ganzem Fleiße treulich helfen und raten, dem Könige die geſetzte Pön einzubringen“. Dann möchte auch Herzog Heinrich, wie er es bereits in Ingolſtadt den markgräflichen Räten verſprochen hätte und wie er es nach ihrem Bündniſſe verpflichtet wäre, der Stadt feinen Fehdebrief überſenden; er nehme an, daß der Herzog das um ſo bereitwilliger tun würde, da es ſich bei dieſem Kriege„nicht allein um die Sache der Markgrafen handelte, ſondern um die aller Fürſten und des geſamten Adels“.
Weniger erfreut über die unerwartete Wendung der Verhandlungen als Albrecht waren die Nürnberger. Ihre Rats
) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 60.* K.-A. Relationenband 485, S. 137. K. B. Reichsarch, Neuenburger Kopialbuch VIII, S. 243.
2) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 55.