Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
514
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514 Der Städtekrieg.

Reiches ſind, es uns doch billig zu Herzen geht, wenn jemand das heilige römiſche Reich wider und ohne Recht zertrennen oder zerliden will.Ehrenhalber, ſo erklärten die Boten der Tagſatzung, dürften die Eidgenoſſen ſich nicht fernhalten und müßten dazu helfen,daß das heilige römiſche Reich bei ſeiner Statt und Herkommen unzertrennet und unzerlidet bleibe.

Faſt ſchien es, als ob die Tagſatzung von der ſeit mehr als hundert Jahren geübten Politik des führenden Ortes Schwyz abzugehen gedächte und ſich in entfernte, die Eid­genoſſenſchaft nicht direkt berührende Händel einmiſchen wollte.

In einem langen Schreiben ſetzte Albrecht von ſeinem Standpunkte aus die eigentlichen Gründe des Krieges ausein­ander. Nicht er wolle Nürnberg vom Reiche, ſondern die Stadt ihn von ſeinem väterlichen Erbe drängen, ſo ſchrieb er der Tagſatzung, Im eigenen Namen, im Namen ſeines Bru­ders und der 36 ihm verbündeten Fürſten, die doch auch alle treffliche Glieder des Reiches wären, mahne auch er die Eid genoſſenſchaft zur Hilfe. Gerne wollte er jedes billige Rechte­gebot der Stadt annehmen, doch verſtände es ſich wohl von ſelbſt, daß er erſt nach einem Schiedsſpruche die eroberten Schlöſſer herausgeben könnte.) Dieſer Einwand Albrechts war trefflich berechnet, auf die Männer eines Bundes zu wir ken, deſſen Beſtand allein auf der hartnäckigen Verweigerung einer Zurückgabe ſeiner Eroberungen beruhte.

bezieht(Städte- Chr. II, S. 364), wird von Werbungen Albrechts in der Bajelen und Mümpelgarder Gegend geſprochen. Zwiſchen Baſel 5 Mümpelgard lag aber der damals öſterreichiſche Sundgau. In der A jedoch will Schürſtab ſich durch dieſen Brief(Nürnberger Kr. A. Biel bücher XX, S. 1920) über angebliche Werbungen Albrechts bei den

gefürchteten Armagnaken Aufklärung verſchaffen. Zum Überfluſſe bein, der Brief der Tagsatzung ausdrücklich, daß die Einmiſchung der, genoſſenſchaft durch dasklägliche Vorbringen einer Botſchaft Nür bergs und der verbündeten Städte veranlaßt worden wäre.

1) Kr.⸗A., Nürnberg , Relationenband 484, S. 205207.