520 Der Städtekrieg.
tober drangen ſie im dichten Nebel durch die Schranken und Verhecke der Nürnberger) und trieben das Vieh aus dem Stadtgraben, ohne daß die Nürnberger gewagt hätten, ſie zu verfolgen. 1
Am 21. Oktober gelang markgräflichen Reitern unter Wilhelm von Rechbergs Führung vor Rothenburg das gleiche Wageſtück. Die nachſetzenden Söldner der Stadt wurden mit blutigen Köpfen heimgeſchickt;“) acht Knechte blieben auf der Wahlſtatt.“) 0;.
Vor allem in den kleinen Städten machte die Keckheit der Markgräflichen tiefen Eindruck. Wie ſollten ſie ſich gegen die täglichen Beſchädigungen der Feinde wehren, wenn dieſe es wagten, den Nürnbergern„in ihren eigenen Schranken Trotz zu zeigen“,) ſo fragten ſie ſich. 5
Dieſe Handſtreiche und Plünderungen hatten nur den einen Erfolg, Handel und Wandel völlig lahm zu legen; eine. baldige Entſcheidung zugunſten der einen oder der anderen Partei machten ſie nicht wahrſcheinlicher.
Um ſo dringender aber wurde das Intereſſe der Neu: tralen an der Beendigung des Kampfes; vor allem ſuchten die natürlichen Hüter des Friedens in der Chriſtenheit und im Reiche dieſem Bürgerkriege ein Ziel zu ſetzen.
Am 30. Auguſt beſtellte Papſt Nikolaus in einem höcht anerkennenden Schreiben für ſeine bisherigen Bemühungen den Herzog Heinrich von Landshut zuſammen mit Biſcho Peter von Augsburg zu Friedensvermittlern.“)
1 1) Städte Chron. II, S. 172. Nürnberger Kr.⸗A,, Briefbücher I. . 181.
2) Rothenburger Chronik, S. 107. Münchn. Hofbibl. Man 16 Bauern wurden gefangen.%
3) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1449, III, Nr. 46.
) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten III, Nr. 44.
5) K. B. Reichsarch., Saal 11, K. 8. L. 4. Fasc. 4.
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