522 Der Städtekrieg.
grafen, von dem er gehofft hätte, daß er ſeinen wiederholten Gebotsbriefen folgſamer geweſen wäre.“)
Die ſchönen Worte halfen den Nürnbergern wenig; ZU mal ihnen gerade damals die mächtigſten Untertanen des Königs, die Grafen von Cilly,) ungeachtet feiner Abmahnungen abſagten.“) 7 5
Wichtiger als Bullen“) und Dekrete von Papſt und Kaiſer ſchien beiden Parteien der Vorſchlag eines neuen Vermittlers, der jetzt auftrat.
Pfalzgraf Friedrich hatte nach dem Tode ſeines Bruders Ludwig am 13. Auguſt 1449 die Vormundſchaft über des Verſtorbenen Söhnlein, dem kleinen Philipp, und zugleich die Re gentſchaft des Landes übernommen.
Dias Standbild im Heidelberger Schloß zeigt das feine, ſcharfgeſchnittene Geſicht dieſes Mannes; klug, ein wenig fin nend ſchauen ſeine Augen; um den Mund ſpielt ein faſt höhniſches Lächeln. Ein herber, menſchenverachtender Zug liegt auf dieſem Geſichte, wie ihn das Schickſal auf dem Antlitze eines Menſchen eingräbt, der ſeine Mitmenſchen oft ſchlecht und ſchwach geſehen hat.“);
Früh ſchon hat auf dieſen Fürſten franzöſiſcher Ein. fluß gewirkt, wo gerade damals ein neuer Herrſchertypus ſi zu bilden begann.
Es iſt deshalb kein Zufall, daß gerade dieſer ſtolze und ſelbſtbewußte Herr eine wirkliche Achtung vor Kunſt und Wiſſenſchaft beſaß, wie ſie damals wohl nur in den roman:
ı) Nürnberger Kr.⸗A., S. 1, L. 248, Nr. 532. Vgl. v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw., S. 381— 382.
2) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 83.
3) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 181.
4) Die Bulle des Papſtes. Nürnberger Kr.⸗A., Relatio 484, S. 199.
5) Kremer, Geſch. d. Kurfürſten v. d. Pfalz, Bd. I 0
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Stich nach einem Bilde des Pfalzgrafen.