Der Städtekrieg. 525
und Söldnern ein ſtehendes Heer, das Waffengefährtſchaft und hoher Sold feſt an feine Perſon knüpfte.)
Ffalzgraf Friedrich war kein hinreißender und weithin begeiſternder Menſch wie Markgraf Albrecht, dem er mit ſo großem Erfolge immer und immer wieder entgegengetreten iſt.
Obgleich perſönlich mutig, war der Pfalzgraf auch kein ſo glänzender Kriegsmann, wie ſein Gegner; man erzählte nicht von ſeinen Heldentaten, von ſeiner Todesverachtung; aber ſeine Siege mehrten ſtets die Macht der Pfalz, entſchieden ſogar die Geſchicke des Reiches.
Der Pfalzgraf war ein Mann ohne Pathos, kein glänzender Redner, aber ſelbſt auf dem ſchlüpfrigſtem diplomatiſchem Gelände dem viel erfahrenen und„liſtenreichen“ Markgrafen gewachſen.
Ohne Sentimentalität und mit brutaler Rückſichtsloſigkeit die Schwächen des Gegners ausnutzend, trieb der Pfalzgraf Politik. Als Albrecht und Herzog Ludwig ſich in Speyer mühten, ihn mit dem Erzbiſchof von Mainz und dem Markgrafen von Baden auszuſöhnen, ſchrieb er dem ſchwäbiſchen Städtebunde: Nach den Anſtrengungen des Tages würden Albrecht und der Herzog wahrſcheinlich als ſeine Gäſte nach Heidelberg kommen, um„da ettliche Tage der Wolluſt zu pflegen“;?) das wäre die beſte Zeit, um das Bündnis gegen die Markgrafen abzuſchließen.)
Albrecht war unzweifelhaft die ſtärkere Perſönlichkeit, mehr noch als der Pfalzgraf, der geborene Führer einer Partei. Immer war Albrecht beſchäftigt, ſtets trug er ſich mit leuen Plänen, ſuchte er ſich neue Freunde zu gewinnen. Den
—|
4 5 1) Feeſer, Friedrich der Siegreiche. Jahresbericht der kgl. Studienanſtalt Neuburg a. D. 18791880, S. 130. 5
) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1451, I. Nr. 12.